Montag, 16. Juli 2018

Dax-Geflüster IT-Riesen im Übernahmefieber

Big Deals: Die größten IT-Übernahmen der letzten Jahre
Fotos
AP

2. Teil: Welche Firmen als nächste gekauft werden könnten

Auch IBM und SAP investierten kräftig. Die Walldorfer etwa kauften 2011 für rund 3,4 Milliarden Dollar den Cloud-Spezialisten SuccessFactors mit Sitz in San Francisco. Spätestens nach der im vergangenen Jahr erfolgten 4,5-Milliarden-Dollar-Übernahme von Ariba, einer IT-Einkaufsplattform für Großunternehmen, gilt SAP nun im Cloud-Bereich als gut aufgestellt. Bis 2015 soll der Umsatz in dem Geschäftszweig auf zwei Milliarden Dollar steigen. Einen Schlüssel zu künftigem Wachstum des Konzerns sehen Experten zudem in der eigens entwickelten Technologie Hana, mit der besonders große Datenmengen schnell ausgewertet werden können (Stichwort: Big Data).

Und das ist nur der Blick zurück. Die gute Nachricht für Anleger lautet aber: Die Übernahmewelle dürfte noch längst nicht am Ende sein. Viele Konzerne haben Fachleuten zufolge nach wie vor Handlungsbedarf. Und was noch wichtiger ist: Aufgrund der guten Geschäfte der vergangenen Jahre sitzen sie auch auf den nötigen liquiden Mitteln, um sich weitere aussichtsreiche Firmen einzuverleiben.

Allein Apple verfügt über Cash-Reserven von rund 145 Milliarden Dollar. Die Tatsache, dass der größte Teil davon nicht in den USA liegt, brachte Apple-Chef Tim Cook einen Termin vor dem US-Senat ein. Denn dass der ur-amerikanische iKonzern viele seiner Geschäfte über Töchter beispielsweise in Irland abwickelt, um die hohe Besteuerung in den USA zu umgehen, stößt in Washington vielen übel auf.

Firmen wie IBM, Hewlett-Packard (HP) Börsen-Chart zeigen, CA Technologies oder Cisco Börsen-Chart zeigen befinden sich weiterhin auf der Käuferseite, meint auch Pamela Barbaglia, führende Technologieexpertin des Datenanbieters Mergermarket in London. Bei SAP sieht sie ebenfalls weiteren Appetit auf Akquisitionen. Co-Chef Bill McDermott habe erst kürzlich Interesse an der HP-Tochter Autonomy bekundet, so die Analystin. HP hatte die Softwareschmiede erst 2011 für rund elf Milliarden Dollar übernommen. Kurz darauf entpuppte sich der Kauf als Riesenflop - nach einem Blick in die Autonomy-Bilanz mussten rund neun Milliarden Dollar abgeschrieben werden.

Gerüchte treiben Kurse

Dessen ungeachtet dürfen sich Anleger also Hoffnungen auf weitere IT-Firmenkäufe machen - und sie können schon einmal nach möglichen Übernahmekandidaten Ausschau halten. Schließlich treibt schon das Gerücht über einen möglichwerweise bevorstehenden Deal nicht selten den Aktienkurs in die Höhe.

Doch welche Firmen kommen in Frage?

Ganz oben auf den Einkaufslisten stehen nach Angaben von Expertin Barbaglia derzeit Unternehmen, die sich auf die Virtualisierung von Systemen, auf deren Bereitstellung in der Cloud, der Datenwolke, spezialisiert haben. Als Beispiel nennt sie die weltweit tätige Citrix Systems Börsen-Chart zeigen mit Hauptsitz in Florida. "Citrix gilt allgemein als Cloud-Pionier und möglicher Übernahmekandidat für Firmen wie IBM oder Cisco", sagt Barbaglia.

Ähnliches gilt nach Einschätzung der Expertin für die ebenfalls an der Nasdaq Börsen-Chart zeigen gelistete Firma NetApp mit Sitz in der IT-Hochburg Sunnyvale, Kalifornien. "Mit seinen vielen Cloud-Services sowie seinen Cash-Reserven von rund 6,7 Milliarden Dollar ist NetApp Börsen-Chart zeigen ein hochklassiger Player", sagt Barbaglia. "Die Firma wird mit rund 12,9 Milliarden Dollar bewertet und würde zur Expansion von IBM im Cloud Computing passen."

Seite 2 von 3

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH