Montag, 6. Juli 2015

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Rat des Topmanagers "Do not E-Mail, Do not E-Mail"

Celesio-Chef Markus Pinger: Eigenes Verhältnis zur E-Mail-Kommunikation

Celesio-Chef Markus Pinger gilt als schwierig im Umgang; für die Verständigung mit ihm hat er sogar ein Manual verfasst, das er seinen Mitarbeitern zustellen ließ. Beim Mehrheitsaktionär Haniel dürften derlei Marotten nicht gut ankommen.

Hamburg - Markus Pinger (50) eilt von seinem früheren Arbeitgeber Beiersdorf ein gewisser Ruf voraus. In Hamburg ist er als verhaltensauffällig in Erinnerung geblieben, als ruppig im Umgang, mit einem Hang zur Selbstdarstellung. Seit er im August 2011 als Vorstandsvorsitzender zum Pharmagroßhändler Celesio in Stuttgart wechselte, ist es ihm gelungen, dieses Image zu festigen.

In Stuttgart steht er als Unternehmenschef unter besonderer Aufsicht des Großaktionärs Haniel. Bei der Familienfirma kommt es nicht besonders gut an, wenn ein großes Ego mit eher mäßiger Leistung korreliert. Pinger hat bei Celesio Börsen-Chart zeigen zwar einige nötige Sanierungsschritte getan, die großen Probleme der Firma sind allerdings längst nicht gelöst. Auch darüber werden die 650 Mitglieder der Familie Haniel diskutieren, wenn sie am kommenden Wochenende in Duisburg zu ihrem jährlichen Gesellschaftertreffen zusammenkommen.

Pinger hat sehr eigenwillige Vorstellungen - unter anderem darüber, wie er selbst kommmuniziert und besonders, wie andere mit ihm in Verbindung treten sollten.

Um es vorweg zu nehmen: Markus Pinger verabscheut es nach eigener Aussage, E-Mails zu erhalten. Was ihn freilich nicht daran hinderte, eben dies durch eine Rund-Mail kundzutun - deren Ausdruck eng beschrieben eine DIN-A4-Seite füllt. Empfänger waren mehr als ein Dutzend ihm direkt unterstellte Führungskräfte. Pinger, so ist zu hören, habe damit gegen die Celesio-notorische Flut von elektronischer Post und von Power-Point-Präsentationen ankämpfen wollen.

Wie es sich für ein internationales Unternehmen gehört, verfasste Pinger sein Monitum in englischer Sprache. "How to make friend with Markus", ist das Dokument der Geschwätzigkeit überschrieben. Pinger räsoniert, warum die Zusammenarbeit mit einigen seiner Kollegen effizienter funktioniert als mit anderen. Weil viele noch nicht lange genug mit ihm zusammenarbeiteten, um sein "Betriebssystem" und seine "Benutzeroberfläche" zu verstehen, hat er seine Gedanken in einem "Instruction manual" zusammengefasst.

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