Dienstag, 6. Dezember 2016

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Verkaufspläne Finanzinvestoren vor Einstieg bei Scout24

Scout24: Finanzinvestoren vor der Tür

Die Deutsche Telekom hat hohe Preisvorstellungen: Rund zwei Milliarden Euro verlangt Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges für das zum Verkauf stehende Web-Portal Scout24. Jetzt wird der Einstieg von Finanzinvestoren bei Scout24 immer wahrscheinlicher.

Hamburg - Bei dem zum Verkauf stehenden Web-Portal Scout24 der Deutschen Telekom wird ein Einstieg von Finanzinvestoren immer wahrscheinlicher, seit sich Brancheninteressenten wie Bertelsmann und Springer aus dem Verkaufsprozess weitgehend zurückgezogen haben. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (19. April) im Handel ist.

Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen hatte im Dezember erklärt, einen Verkauf ihres Geschäfts mit Immobilienvermittlungen (ImmobilienScout24) und Autohandel (AutoScout24) zu erwägen. Seither ist die Zahl der Interessenten aus der Medien- wie Finanzinvestorenbranche, die in Bonn anklopften, groß. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe verhandelte persönlich mit Telekom-Chef René Obermann, schreibt das manager magazin. Doch Rabe habe die Verhandlungen jüngst abgebrochen.

Grund sind die Preisvorstellungen der Telekom: Rund zwei Milliarden Euro verlangt Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges für das Geschäft, das laut Schätzungen zuletzt 350 Millionen Euro umsetzte, bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 80 Millionen. Der Kaufpreis entspräche damit dem 25-Fachen des Jahresgewinns. Ein Aufschlag, den Bertelsmann, Springer & Co. nicht bezahlen wollen.

Damit wird ein Teilverkauf an einen Finanzinvestor immer wahrscheinlicher. Das Szenario hat in Bonn Fürsprecher: Dort könne man sich gut einen Partner vorstellen, der 25 Prozent der Anteile übernähme, schreibt das manager magazin weiter. Der Bonner Konzern erwäge zudem, die Scout-Gruppe zuerst gemeinsam mit dem neuen Minderheitseigner aufzuräumen - und die Tochter erst in einem zweiten Schritt und zu einem späteren Zeitpunkt komplett zu verkaufen. Ein Telekom-Sprecher wollte sich zu Details nicht äußern und teilte lediglich mit, der Prozess laufe noch.

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