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01.04.2013
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Women-on-Board-Index
Zahl der Frauen in Topetagen nimmt zu

Telefónica Deutschland: Die Tochter eines spanischen Konzerns zeigt deutschen Unternehmen, wie Frauenförderung funktioniert
DPA

Telefónica Deutschland: Die Tochter eines spanischen Konzerns zeigt deutschen Unternehmen, wie Frauenförderung funktioniert

Telefónica Deutschland hat den höchsten Anteil von Frauen in der Führung unter den 160 Unternehmen der Dax-Familie und ist damit neuer Spitzenreiter des Women-on-Board-Index. Der Zuwachs geht nach Ansicht von Fidar-Präsidenten Monika Schulz-Strelow jedoch zu langsam: "Ohne gesetzliche Quote fehlt der Druck für eine echte Veränderungswelle."

Berlin - Die im TecDax Chart zeigen notierte Telefónica Deutschland steht mit einem Frauenanteil von 50 Prozent auf der Anteilseignerseite des Aufsichtsrats sowie einer Frau im Vorstand aktuell auf Platz 1 des Rankings (siehe unten). Untersucht werden im Auftrag der Organisation Fidar ("Frauen in die Aufsichtsräte") die 160 Unternehmen, die im Dax, MDax, SDax und TecDax notiert sind. Für das Ranking ist die Anzahl von Frauen in den Leitungs- und Kontrollgremien (Anteilseignerseite) entscheidend.

Insgesamt nimmt die Zahl der Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen der Dax-Unternehmen aber weiterhin nur langsam zu. Zum Stichtag 31. März stieg die Zahl der Frauen auf der Anteilseignerseite der Aufsichtsräte im Verhältnis zum Gesamtaufsichtsrat auf 7,5 Prozent (01/2012: 5 Prozent). In den Vorständen stieg sie auf 5,9 Prozent (01/2012: 3,4 Prozent).

Kumuliert beträgt der Frauenanteil in den 160 Dax-Unternehmen bei einem Zuwachs von 2,5 Prozentpunkten seit Januar 2012 nun 6,7 Prozent.

"Der Zuwachs von Frauen in Führungsetagen erfolgt - bis auf wenige Ausnahmen - doch nur in homöopathischen Dosen. Knapp ein Viertel der Dax-Unternehmen hat noch überhaupt keine Frauen in der Führung. 45 haben lediglich eine Frau in Aufsichtsrat oder Vorstand", erklärt Monika Schulz-Strelow, Präsidentin von Fidar. "Der WoB-Index macht transparent, dass Chancengleichheit für Frauen bisher nur auf dem Papier steht."

Es sei "fatal, dass von politischer Seite nun der Druck auf die Unternehmen ganz herausgenommen wurde", kritisiert Schulz-Strelow. Aber anders als bei den europäischen Nachbarn sehe man in Deutschland scheinbar keinen Handlungsbedarf. "Dies illustriert auch, dass nun die Tochtergesellschaft eines spanischen Konzerns den WoB-Index anführt."

Spanien lebt die Frauenquote

Spanien hat 2007 eine Frauenquote eingeführt, die Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern verpflichtet, mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen zu besetzen. Firmen, die die Mindestquote einhalten, werden bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugt.

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen Vorgaben - und dies führt zu großen Unterschieden innerhalb der deutschen Unternehmenslandschaft. "Einige Dax-Konzerne sind bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen sehr aktiv", sagt Schulz-Strelow. In vielen Aufsichtsräten und einigen Vorständen sind erstmals Frauen eingezogen. Aber oftmals bleibt es bei einer Frau - das ist zu wenig."

Erfreulich sei teilweise die Entwicklung auf der Anteilseignerseite der Aufsichtsräte. In zwei Jahren habe sich der Frauenanteil von 5 auf 12,1 Prozent mehr als verdoppelt. "Hier wirkt offensichtlich der öffentliche Druck." Fidar habe sich Rückenwind von der Europäischen Kommission erhofft. "Wir brauchen signifikante Veränderungen. Da kommen wir um verbindliche gesetzliche Regeln nicht herum."

Jeder fünfte gewählte Aufsichtsrat ist eine Frau

Ein zentraler Grund für den noch langsamen Zuwachs sei die geringe Zahl an Frauen, die bei den Aufsichtsratswahlen nominiert wird. Im vergangenen Jahr waren nur 20,4 Prozent der auf der Anteilseignerseite gewählten Aufsichtsräte der Dax-Unternehmen weiblich. "Das Jahr 2013 wurde zum 'Superwahljahr' hochgejazzt, das mehr Frauen in die Aufsichtsräte bringen soll. Doch wir brauchen schon im Nominierungsprozess einen viel höheren Frauenanteil, um eine signifikante Veränderung in den Aufsichtsräten zu erreichen", kritisiert Schulz-Strelow.

Im Jahr 2012 wurden in 43 der 160 Dax, MDax, SDax und TecDax-Unternehmen Aufsichtsräte oder einzelne Aufsichtsratsposten neu besetzt. 33 Unternehmen haben erstmals in ihrer Geschichte eine Frau in die Kontrollgremien, einige auch in die Chefetage berufen (Vorjahr 23). Klammert man die Vertreterinnen der Arbeitnehmer aus, sind allerdings mit 56 noch über ein Drittel der Führungsgremien ohne Frauen.

Zur Erstellung des WoB-Index hat Fidar alle 160 Unternehmen in Dax, MDax, TecDax und SDax untersucht. Stichtag der Daten war der 31.03.2013. Basis des WoB-Index ist die Empfehlung im Deutschen Corporate Governance Kodex, für mehr Vielfalt (Diversity) in Aufsichtsrat und Vorstand der Unternehmen zu sorgen.

Women on board Index1
Rang 1 - 50
WoB-Index Unternehmen "Anteil Frauen Aufsichtsrat (Kapitalseite)" Anteil Frauen Vorstand Entwicklung WoB-Index II Veränderung im Vergleich zu 2012
41,67 Telefónica Deutschland2 50 33 41,67 -
30,00 GfK 10 50 -5,00 (-) 5,00
25,00 comdirect bank 17 33 25,00 (+) 25,00
25,00 Gerry Weber International 17 33 0,00 gleich
25,00 QSC 17 33 25,00 (+) 25,00
25,00 SKW Stahl-Metallurgie 17 33 0,00 gleich
20,83 Deutz 8 33 -4,17 (-) 4,17
20,83 MorphoSys 17 25 8,33 (+) 8,33
20,83 TAG Immobilien2 17 25 20,83 -
19,29 Deutsche Telekom 10 29 19,29 (+) 19,29
17,50 Fraport 15 20 10,00 (+) 10,00
16,67 ADVA Optical Networking 33 0 16,67 (+) 16,67
16,67 Balda 33 0 16,67 (+) 16,67
16,67 CANCOM2 33 0 16,67 -
16,67 Celesio 0 33 16,67 (+) 16,67
16,67 CEWE COLOR 33 0 16,67 (+) 16,67
16,67 Deutsche Beteiligungs 0 33 16,67 (+) 16,67
16,67 E.ON 17 17 5,83 (+) 5,83
16,67 Hawesko 33 0 16,67 (+) 16,67
16,67 Pfeiffer Vacuum Technology 0 33 16,67 (+) 16,67
16,67 Schaltbau 0 33 16,67 (+) 16,67
16,67 VTG 0 33 16,67 (+) 16,67
16,67 zooplus2 0 33 16,67 -
15,00 Siemens 10 20 0,00 gleich
15,00 Deutsche Lufthansa 5 25 12,50 (+) 12,50
14,58 Henkel 13 17 11,46 (+) 11,46
13,39 Qiagen 14 13 7,84 (+) 7,84
12,88 Allianz 17 9 8,71 (+) 8,71
12,50 Aixtron 25 0 12,50 (+) 12,50
12,50 C.A.T. Oil 0 25 0,00 gleich
11,25 BMW 10 13 6,25 (+) 6,25
11,25 Daimler 10 13 8,75 (+) 8,75
11,11 Axel Springer 22 0 0,00 gleich
12,78 Deutsche Börse 6 20 12,78 (+) 12,78
11,11 Hamborner Reit2 22 0 11,11 -
11,11 Sky Deutschland 22 0 0,00 gleich
10,42 BASF 8 13 6,25 (+) 6,25
10,27 SAP 6 14 1,93 (+) 1,93
10,00 Air Berlin 0 20 10,00 (+) 10,00
10,00 Delticom 0 20 10,00 (+) 10,00
10,00 Gildemeister 0 20 -2,50 (-) 2,50
10,00 Nordex 20 0 10,00 (+) 10,00
10,00 ProSiebenSat.1 Media 0 20 10,00 (+) 10,00
10,00 SMA Solar Technology 0 20 10,00 (+) 10,00
9,64 Deutsche Post 5 14 9,64 (+) 9,64
8,75 Continental 5 13 6,25 (+) 6,25
8,33 Alstria office REIT 17 0 8,33 (+) 8,33
8,33 Beiersdorf 17 0 4,17 (+) 4,17
8,33 Biotest 17 0 0,00 gleich
8,33 Brenntag 17 0 0,00 gleich
1 Der WoB-Index gibt an, mit welchem Prozentsatz Frauen in den Spitzengremien eines Unternehmens vertreten sind
2 neu im WoB-Index
Stand: 31.03.2013
Quelle: FidAR

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Monika Schulz-Strelow, Präsidentin der Organisation "Frauen in die Aufsichtsräte", wurde für ihre Arbeit vor wenigen Wochen mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet

Monika Schulz-Strelow, Präsidentin der Organisation "Frauen in die Aufsichtsräte", wurde für ihre Arbeit vor wenigen Wochen mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet










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