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28.03.2013
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Boeing
Dreamliner droht die Verbannung auf die Kurzstrecke

Boeing 787 in Tokio: Noch keine Genehmigung von den Aufsichtsbehörden
AP

Boeing 787 in Tokio: Noch keine Genehmigung von den Aufsichtsbehörden

Trotz des erfolgreichen Testflugs drohen dem Dreamliner erhebliche Rückschläge. Boeings Prestigeflieger könnte zunächst nur für Kurzflüge zugelassen werden - dabei ist er als Langstreckenjet konzipiert.

Washington - Das Drama um den Dreamliner ist für Boeing noch lange nicht vorbei. Auch wenn der Prestigeflieger bald seine Starterlaubnis wieder zugesprochen bekommt, dürfte bei dem US-Flugzeugbauer von Normalität noch lange keine Rede sein. Experten zufolge droht dem Langstreckenjet zunächst die Verbannung auf die Kurzstrecke.

Um sicherzustellen, dass das neue Batteriesystem der Boeing 787 auch wirklich funktioniert, könnte die US-Flugaufsicht FAA die Reichweite deutlich begrenzen. Damit wären Routen wie über See, für die der Dreamliner eigentlich konzipiert ist, tabu. Für Boeing und die Airlines würde dies ein herber Rückschlag sein.

Es sei gut möglich, dass die US-Flugsicherung Boeing Chart zeigen die Starterlaubnis nur mit Einschränkungen erteile, sagt ein früherer hochrangiger US-Regierungsvertreter. Auch in Japan wird damit gerechnet, dass die sogenannten Etops (Extended Range Operation with Two-Engine Aeroplanes) beschnitten werden, wie es in Kreisen der dortigen Aufsicht heißt. Der Airbus -Rivale hat die meisten der 50 bereits ausgelieferten Dreamliner nach Japan verkauft.

Die zwei Fluggesellschaften des Landes hatten an Bord Probleme mit den Akkus, einer fing sogar Feuer. Seit Mitte Januar sind alle Maschinen diesen Typs am Boden. "Sollte die FAA nur Überland-Flüge erlauben, könnte das bei Boeing großen Schaden anrichten", sagt Luftfahrt-Analyst Scott Hamilton von Leeham. "Je nach Dauer der Einschränkungen, unterwandert das das Geschäftsmodell der 787."

Zwangspause kostete 450 Millionen Sollar

Bislang kostet Boeing die Zwangspause des Dreamliner bereits 450 Millionen Dollar an verlorenen Einnahmen und Schadenersatzzahlungen an Fluggesellschaften. Beides könnte bei weiteren Rückschlägen steigen. Nicht zu verachten ist auch der Imageschaden. Das Flugzeug ist für lange Direktflüge konzipiert und war wie Konkurrenzmodelle von Airbus für Routen zugelassen, die bis zu drei Stunden vom nächsten Flughafen entfernt lagen. Dies ermöglicht beispielsweise den Einsatz auf den lukrativen Transatlantik-Strecken.

Boeing hat die FAA sogar um eine Ausweitung auf fünfeinhalb Stunden ersucht. Damit hätte die 787 auch abgelegene Gebiete wie den Nordpol überfliegen dürfen. Davon scheint der Konzern nun aber besonders weit entfernt. Sollte als Folge der Pannenserie die maximale Entfernung zum nächsten Flughafen jedoch auf zwei Stunden verkürzt werden, müssten die Fluggesellschaften die größte Last tragen, hieß es aus Japan. Die Flugziele seien nicht mehr auf direktem, sondern nur auf Umwegen zu erreichen. Das wiederum verbraucht mehr Sprit und belastet die Rentabilität der Airlines. Einige Verbindungen wie beispielsweise Tokio-Boston von Japan Airlines müssten gar ganz gestrichen werden.

Flugaufsicht hat noch nicht entschieden

Boeing verwies auf Anfrage an die FAA. Die US-Flugaufsicht erklärte, es sei zu früh, Zulassungen für die Langstrecke zu erörtern. Zunächst müssten die Tests mit den Batterien abgeschlossen werden. Am Montag schickte Boeing erstmals einen Dreamliner mit einem neuen Batteriesystem in die Luft. Der knapp zweistündige Testflug in den USA verlief nach Firmenangaben planmäßig. Ein weiterer soll in den nächsten Tagen folgen.

Eine schrittweise Rückkehr zum vollen Flugbetrieb würde den Aufsichtsbehörden die Möglichkeit geben, die veränderten Batterien genau zu beurteilen. Ganz ungewöhnlich wäre dies nicht. Bis Ende der 1980er Jahre war es üblich, dass Flugzeuge zunächst eine gewisse Zahl an Flügen über Land absolvieren mussten, bevor sie von der FAA das Okay für Langstreckenflüge bekamen. Diese Praxis wurde aufgehoben, nachdem die Sicherheit der Triebwerke stetig zunahm.

Andrea Shalal-Esa und Mari Saito, rtr

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