Donnerstag, 28. Mai 2015

Rohstoffguru Jim Rogers Die unverständliche Angst vor Orangen

Jim Rogers: Man sollte Bauer werden, nicht Banker

Bauern haben mehr Zukunft als Banker, Orangen sind einfacher zu verstehen als Facebook. Rohstoffguru Jim Rogers über die Aussichten von Gold, die Rolle Deutschlands in der Euro-Krise und den nächsten Superzyklus.

mm: Herr Rogers, der Goldpreis hat trotz der Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate in den vergangen Jahren kräftig angezogen, doch nur wenige Menschen sind dort investiert. Auch an Rohstoffe wie Weizen und Kupfer wagen sich nur wenige Anleger. Woran liegt dieser Widerwillen gegen Rohstoffe?

Rogers: Die Menschen wissen vermutlich davon zu wenig. Das hat vermutlich damit zu tun, dass es nur wenige Rohstoff-Broker gibt. Immobilienmakler verkaufen Immobilien, Aktien-Broker Aktien - aber eben keine Rohstoffe. Eigentlich ist das ganz erstaunlich; immerhin sind Rohstoffe doch recht einfach und verständlich. Jeder trinkt Orangensaft und hat eine Vorstellung davon, was Orangen sind.

mm: Aber den Weg ins Depot finden Orangen dennoch nicht.

Rogers: Nein. Weil alle Facebook mögen oder das nächste große Ding. Ehrlich gesagt, ist Facebook doch viel schwieriger zu verstehen, für mich zumindest. Aber viele Investoren wollen eben schnell reich werden und sind auf der Suche nach dem nächsten großen Ding. Und übersehen die langfristigen Investmentchancen wie zum Beispiel Rohstoffe.

mm: Bleiben wir beim Gold - das ist seit einer guten Dekade im Wert gestiegen. Ist nun die Korrektur fällig?

Rogers: Ja, das denke ich schon. Über zwölf Jahre ist das Edelmetall gestiegen - und nur einmal um 30 Prozent gefallen; das ist historisch gesehen ungewöhnlich. Normalerweise kommt so ein Rücksetzer früher. Ich hoffe sogar darauf, denn dann kann ich nachkaufen. Denn der grundsätzliche Trend ist intakt.

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