Montag, 23. Juli 2018

Spielwarenbranche Simba Dicki übernimmt Märklin

Lokomotive von Märklin: Traditionsreicher Hersteller demnächst Teil von Samba Dickie

Verkünden will es der Spielwarenhersteller Simba Dickie erst am Donnerstag, aber schon jetzt ist es durchgesichert: Märklin kommt unter das Dach des Fürther Familienkonzerns. In der Branche ist von einer Traumhochzeit die Rede. Angestellte müssen jedoch Einschnitte hinnehmen.

Fürth/Göppingen - Die Übernahme des Modellbahnherstellers Märklin durch den Fürther Bobby-Car-Produzenten Simba Dickie ist offenbar perfekt. Die Einigung soll an diesem Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Fürth offiziell bekanntgegeben werden, berichten Nachrichtenagenturen. Dort wollen der Chef der Simba Dickie Group, Michael Sieber, und Märklin-Insolvenzverwalter Michael Pluta Einzelheiten der Einigung erläutern. In der Branche ist von einer "Traumhochzeit der Spielwarenbranche" die Rede.

Strittig war bei den seit Monaten laufenden Gesprächen zuletzt die Frage eines Haustarifvertrags für die Märklin-Mitarbeiter. Da dieser Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld und keine Tariferhöhungen vorsieht, hatte die IG-Metall eine Rückkehr zum Flächentarif gefordert.

Märklin-Betriebsratschef Georg Geiger hatte allerdings bereits Anfang März berichtet, dass viele der rund 470 Mitarbeitern am Standort Göppingen (Baden-Württemberg) der Übernahme des Haustarifvertrags zugestimmt hätten. Im Gegenzug sollen die Beschäftigten eine Arbeitsplatzgarantie bis 2019 erhalten.

Märklin hat seit der Insolvenz 2009 nach Einschätzung von Geschäftsführer Stefan Löbich die Kurve gekriegt. Trotzdem blieb das Unternehmen auf einen kapitalkräftigen Investor angewiesen, der es in die Zukunft führt. Dabei schien das familiengeführte Unternehmen Simba Dickie von Anfang an der Wunschpartner von Firmenleitung und Belegschaft.

Ertragswende geschafft?

Im Jahr 2011 hatte das Unternehmen seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 12,6 Prozent auf 12,36 Millionen Euro steigern können. Der Umsatz legte um 1,6 Prozent auf 108,77 Millionen Euro zu.

Den Löwenanteil seines Geschäfts machte das Unternehmen, zu dem auch die Marken Trix und LBG gehören, mit der Kernmarke Märklin. Hier stagnierten allerdings die Erlöse bei rund 105 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern war 2011 um 2,2 Prozent auf 10,27 Millionen Euro gestiegen. Der Modellbahnhersteller beschäftigte am Jahresende 2011 insgesamt 980 Mitarbeiter (2010: 939).

Zahlen für 2012 hat das insolvente Unternehmen noch nicht vorgelegt. Märklin-Geschäftsführer Löbich hatte jedoch auf der Nürnberger Spielwarenmesse im Februar angedeutet, dass der Auftragseingang der drei Marken 2012 um 3 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen habe. Auch der Umsatz sei 2012 leicht gestiegen. Zudem habe sich der Ertrag sehr gut entwickelt.

kst/dpa

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