Mittwoch, 23. Januar 2019

Energiekonzern Vattenfall streicht 2500 Stellen - die meisten davon in Deutschland

Braunkohlekraftwerks der Vattenfall AG in Brandenburg: "Die Welt hat sich verändert und wir haben unsere Strategie an die neue Realität angepasst"

Der schwedische Energieriese Vattenfall will bis Ende 2014 rund 2500 Stellen streichen, davon alleine 1500 in Deutschland. Dem nach RWE und Eon drittgrößten Stromerzeuger hierzulande machen der Atomausstieg sowie ein hoher Schuldenberg zu schaffen.

Stockholm - Rund 400 Arbeitsplätze sollen in Schweden wegfallen und etwa 500 in den Niederlanden, wie der Rivale von Eon Börsen-Chart zeigen und RWE Börsen-Chart zeigen am Mittwoch mitteilte. Die Kosten sollten 2014 um zusätzliche 1,5 Milliarden Kronen (rund 360 Millionen Euro) gesenkt werden. Dieses Jahr werden Einsparungen von drei Milliarden Kronen (360 Millionen Euro) angestrebt, wie der Konzern bekräftigte.

Erst kürzlich hatte Vattenfall Börsen-Chart zeigen angekündigt, den Verkauf eins Teils des Braunkohlekraftwerks im sächsischen Lippendorf zu prüfen. "Wir erwarten auch weiterhin erschwerte Marktbedingungen, eine durch die ökonomische Rezession bedingte schwache Nachfrage sowie in der absehbaren Zukunft gleichbleibend niedrige Großhandelsstrompreise und Margen", erklärte der Konzern.

Diese Herausforderungen verlangten auch in Zukunft enorme Anstrengungen, um die Effizienz weiter zu steigern und die finanzielle Position zu stärken.

Vattenfall macht auch der Atomausstieg in Deutschland und ein hoher Schuldenberg zu schaffen. Hierzulande ist Vattenfall der drittgrößte Stromerzeuger nach RWE und Eon. Der Konzern beschäftigt derzeit insgesamt 34.000 Mitarbeiter.

Berlin, Hamburg und Cottbus betroffen

"Die Welt hat sich verändert und wir haben unsere Strategie an die neue Realität angepasst", begründete Vorstandschef Øystein Løseth den Schritt. Das Unternehmen erwarte "auch weiterhin erschwerte Marktbedingungen, eine durch die ökonomische Rezession bedingte schwache Nachfrage sowie in der absehbaren Zukunft gleichbleibend niedrige Großhandelsstrompreise und Margen".

Vattenfall hat 34.000 Mitarbeiter, davon rund 20.000 in Deutschland. Allein 8350 waren zuletzt in der Lausitz in Kraftwerken, Braunkohle-Tagebau und der Verwaltung beschäftigt.

Von den Stellenstreichungen seien Mitarbeiter an den Standorten Berlin, Hamburg und Cottbus betroffen, teilte der Konzern mit. Dabei gehe es um eine Vereinfachung von Strukturen und die Zusammenlegung von Aufgaben. "Den Personalabbau werden wir sozialverträglich in einem engen Dialog mit den Mitbestimmungsgremien umsetzen", sagte Løseth. Vattenfall wolle auch bei den Investitionen "weiterhin sehr diszipliniert vorgehen", sagte Finanzvorstand Ingrid Bonde. Bis 2017 seien Ausgaben von 14,8 Milliarden Euro eingeplant.

la/reuters/dpa

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