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19.02.2013
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Spanische Airline
Gewalt und Festnahmen bei Iberia-Streik

Iberia-Maschinen in Madrid: Der größte Streik in der Firmengeschichte soll bis Freitag andauern
DPA

Iberia-Maschinen in Madrid: Der größte Streik in der Firmengeschichte soll bis Freitag andauern

Der Streik bei der spanischen Fluggesellschaft Iberia eskaliert. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, mehrere Angestellte wurden verhaftet. Insgesamt 70.000 Passagiere sind vom Ausstand betroffen. Spanien fürchtet bereits hohe Einbußen für den Tourismus.

Madrid - Der Streik der spanischen Fluggesellschaft Iberia ist in Gewalt umgeschlagen. In Madrid setzten Polizisten Schlagstöcke gegen Streikende ein, die in das Gebäude des größten Flughafens des Landes gelangen wollten. Einige wurden mit Gewalt aus dem Terminal geworfen. Mindestens fünf Streikende wurden verhaftet. Die Mitarbeiter der angeschlagenen Airline wehren sich mit einem fünftägigen Ausstand gegen Lohnkürzungen und den Abbau Tausender Stellen.

Von den bis Freitag geplanten Arbeitsniederlegungen sind nach Angaben der Airline 70.000 Passagiere betroffen. Iberia sagte bereits 415 Flüge ab. Insgesamt sollen rund 1200 Flüge ausfallen, da an den spanischen Flughäfen wegen des Streiks nicht genügend Servicepersonal zur Verfügung steht. Am Montag wurden mehr als 80 Flüge gestrichen. Zudem kam es beim Betrieb des Airports zu Einschränkungen, da die Gepäckabfertiger von Iberia auch für andere Fluggesellschaften arbeiten.

Hunderte protestierende Iberia-Mitarbeiter strömten am Morgen in den Terminal 4 des Madrider Flughafens Barajas. Etwa 2000 demonstrierten vor den Toren des Airports. Sie schwenkten spanische Fahnen und Banner mit der Aufschrift "Briten geht heim". Die seit langem in der Krise steckende und rote Zahlen schreibende Iberia fusionierte 2011 mit der profitablen British Airways zur International Airlines Group. Viele machten britische Manager für den Sparkurs der Airline verantwortlich.

Tourismus gefährdet

Es sollen 3800 Arbeitsplätze gestrichen werden. Nach diesem ersten fünftägigen Streik sind im März zwei weitere Streikwochen geplant. Dem krisengeschüttelten Land drohen dadurch schmerzhafte Einbußen im Tourismus. "Jeder hat seine Probleme. Aber sie sollten nicht diejenigen belästigen, die Geld ins Land bringen. Das ist auch Geschäft", sagte ein französischer Tourist.

Verkehrsministerin Ana Pastor hat bereits vor einem großen Schaden für die Wirtschaft des Landes gewarnt, das von einer tiefen Rezession und rekordhoher Arbeitslosigkeit geplagt ist. Sie forderte das Management und die Gewerkschaften deshalb zur Einigung auf. "Wir können es nicht zulassen, dass Spanien mehr als zehn Millionen Euro am Tag verliert, denn diese Art von Schlag trifft uns alle", sagte Pastor.

Der Tourismus macht rund 11 Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung aus und ist einer der wenigen Bereiche, die noch wachsen. Diese Streikwoche fällt auf Schulferien in Großbritannien und Frankreich, von wo die meisten Touristen nach Spanien kommen. Während fast die Hälfte der Inlandsflüge in den fünf Tagen ausfallen würden, seien Langstreckenflüge kaum betroffen, erklärte Iberia. Für rund 60.000 Passagiere seien Alternativ-Flüge gefunden worden, zum Teil auch bei Konkurrenz-Airlines. Experten rechnen damit, dass die 15 Streiktage Iberia bis zu 100 Millionen Euro kosten können. Iberia machte in den ersten neun Monaten 2012 einen Verlust von 262 Millionen Euro.

mahi/rtr

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