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01.02.2013
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Deal mit Diktatorentochter
Telia-Sonera-Chef tritt zurück

Umtriebig: Gulnara Karimowa auf dem roten Teppich des Filmfestivals in Cannes 2010
AP

Umtriebig: Gulnara Karimowa auf dem roten Teppich des Filmfestivals in Cannes 2010

Wegen zweifelhafter Geschäfte in Usbekistan bekommt Skandinaviens größter Telekommunikationskonzern Telia Sonera einen neuen Chef. Lars Nyberg tritt zurück. Die schwedische Firma soll in Zentralasien mehr als 250 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt haben.

Stockholm - Unmittelbar nach Veröffentlichung eines selbst in Auftrag gegebenen Untersuchungsberichts erklärte der bisherige Vorstandschef Lars Nyberg am Freitag in Stockholm seinen Rücktritt. Telia Sonera soll nach Medienangaben eine Viertelmilliarde Dollar Bestechungsgelder an eine Tochter des usbekischen Präsidenten Islam Karimow gezahlt haben.

Gulnara Karimowa ist eine schillernde Figur. In von Wikileaks 2010 veröffentlichten US-Botschaftsdepeschen wurde sie als "Räuberbaronin" und "meistgehasste öffentliche Person" des Landes bezeichnet, die mehrere usbekische Firmen beschlagnahmt und Schmiergeld von westlichen Investoren kassiert habe.

Zuletzt machte sie Schlagzeilen, als der von Frankreich nach Russland übersiedelte Schauspieler Gérard Dépardieu die Rolle des Kaisers Justinian in einem Film über die Seidenstraße übernahm. Das Buch schrieb Karimowa, die auch als Sängerin und Modedesignerin Furore macht.

Parallel zu Ermittlungen der schwedischen Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdachts hatte Telia Sonera Chart zeigen ein Anwaltsbüro mit unabhängigen Untersuchungen beauftragt. Von dort hieß es am Freitag, man habe keine Belege für die Bestechungsvorwürfe gefunden, könne aber kriminelles Verhalten von Telia Sonera nicht ausschließen. Die Anwälte warfen dem teilstaatlichen Unternehmen "Fahrlässigkeit" beim geschäftlichen Einstieg in Usbekistan 2007 vor.

Nyberg begründete seinen Rücktritt damit, dass ihm der von Regierungsvertretern dominierte Aufsichtsrat nicht mehr das Vertrauen aussprechen wolle. Medien in Stockholm berichteten, dass auch im Aufsichtsrat selbst weitgehende personelle Veränderungen geplant seien.

ak/dpa

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