Dienstag, 21. April 2015

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Anti-Babypille Bayer wegen vier Todesfällen unter Druck

Pille von Bayer: Die Betroffenen sind an den Folgen von Venenthrombosen gestorben

Ein oft als Anti-Babypille verschriebenes Akne-Medikament von Bayer soll in Frankreich für den Tod von vier Frauen verantwortlich sein. Die zuständigen Behörden raten den Ärzten inzwischen von der Verschreibung des Medikaments ab.

Paris/Leverkusen - Die Betroffenen seien seit der Zulassung des Mittels im Jahr 1987 an den Folgen von Venenthrombosen gestorben, teilte die Arzneimittelaufsichtsbehörde ANSM mit. Diese wiederum stünden in Zusammenhang mit der Bayer-Pille Diane 35. In 125 weiteren Fällen wurden nach Angaben der ANSM nicht-tödliche Blutgerinnsel in Venen oder Arterien registriert.

Die ANSM hat die Ärzte in Frankreich aufgerufen, das Medikament nicht mehr als Verhütungsmittel zu verschreiben. ANSM-Chef Dominique Maraninchi kündigte am Montag im Sender RTL darüberhinaus Entscheidungen seiner Behörde noch in dieser Woche zur Diane 35 als Akne-Medikament an.

Grundsätzlich ist bekannt, dass die Einnahme von Antibabypillen das Thromboserisiko erhöhen kann. Bayer Börsen-Chart zeigen teilte mit, der Bericht der ANSM liege dem Unternehmen noch nicht vor. Die Behauptungen müssten zuerst geprüft werden, bevor man eine weitergehende Stellungnahme abgeben könne, sagte ein Sprecher.

Das Medikament Diane 35 ist in Frankreich zur Behandlung von Akne zugelassen, wird aber oft wegen seiner empfängnisverhütenden Wirkung verschrieben. Nach Schätzungen der ANSM nahmen vergangenes Jahr in Frankreich rund 315.000 Frauen das Bayer-Medikament oder ein Nachahmerpräparat (Generikum). Weltweit ist Diane 35 in 135 Ländern zugelassen.

Erst kürzlich hatte die Bayer-Antibabypille Méliane in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Eine junge Frau machte die Einnahme für schwere gesundheitlichen Schäden verantwortlich und erstattete Anzeige. Sie hatte einen Schlaganfall erlitten.

mg/dpa-afx

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