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28.01.2013
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Katastrophen und Explosionen
Die größten Risiken für Unternehmen

Von Lutz Reiche

Allianz-Analyse: Die größten Risiken für Unternehmen 2013
Fotos
Corbis

Global vernetzte Konzerne sind verwundbar. Die Unterbrechung von Lieferketten etwa legt schlimmstenfalls den ganzen Betrieb lahm, und die Risiken für Unternehmen werden immer vielfältiger. Doch eines fürchten sie besonders.

Hamburg - Es ist nur ein Teil von Hunderttausenden. Doch seitdem der Brand einer Batterie einen Dreamliner von Boeing zur Notlandung zwang, bleiben die Prestige-Flieger am Boden - weltweit und auf unbestimmte Zeit. Dem Startverbot rund um den Globus war eine ganze Pannenserie vorausgegangen. Erste Fluggesellschaften prüfen jetzt Schadenersatz.

Welchen Schaden der schärfste Airbus-Wettbewerber davonträgt, ist noch unklar. Doch der Ruf von Boeing ist angekratzt, sagen Beobachter. Und Boeing Chart zeigen ist kein Einzelfall, auch viele deutsche Unternehmen sind betroffen: Schon mehrfach beispielsweise musste Siemens Chart zeigen die Auslieferung von neuen ICE-Zügen verschieben. Das belastet mittlerweile nicht nur die Bilanz, sondern auch das Image des Weltkonzerns als zuverlässiger Partner.

Reputationsrisiken sind nur eines von vielen, denen Unternehmen ausgesetzt sind. Doch in Zeiten von Twitter und Facebook verbreiten sich schlechte Nachrichten in Windeseile. Empörungswellen im Internet, sogenannte "Shitstorms" können den Ruf eines Unternehmens schwer belasten und seine "wirtschaftliche Substanz langfristig schwächen", sagt Allianz-Manager Joachim Albers.

Reputations- und Markenwertverluste zählen weltweit mittlerweile zu den zehn größten Unternehmensrisiken (siehe Bildergalerie), wie eine Umfrage unter Allianz-Experten in 28 Ländern ergeben hat. Die Risikoingenieure und Schadenexperten des Konzerns legten ihren Fokus auf große Industrieunternehmen und mittelständische Firmen.

Neue Versicherungen für den PR-Krisenfall

Insofern überrascht es nicht, dass die Assekuranz seit geraumer Zeit Deckungen gegen mögliche Reputationsschäden anbietet. Bei der Allianz soll so eine Spezialpolice im Krisenfall die Kosten für Kommunikationsprofis abdecken. Munich Re Chart zeigen und Zurich Chart zeigen bieten ihren Kunden im gleichen Kontext Versicherungsschutz gegen Gewinn- und Bilanzschäden an. Das Geschäftsfeld ist noch jung, das Potential offenbar schwer einzuschätzen und die Produkte eher als Zusatzangebot gedacht.

Weltweit eint Unternehmen aber eine Sorge: Dass ihr Betrieb aufgrund von höherer Gewalt stillsteht. Die Unterbrechung von Lieferketten, die schlimmstenfalls den ganzen Betrieb lahmlegt, Naturkatastrophen und Explosionen zählen laut Allianz daher zu den bedrohlichsten Geschäftsrisiken für die Wirtschaft.

Global aufgestellte Konzerne halten ihre Lieferketten aus Kostengründen sehr schlank, verzichten auf große Lager und Ersatzlieferanten. Das Erdbeben in Japan und die wenige Monate später folgende Jahrhundertflut in Thailand zeigten im Jahr 2011, wie verwundbar diese Strategie macht.

Wichtige Bauteile für die Auto- und Elektronikindustrie erreichten ihre Abnehmer weltweit nicht oder nur mit enormer Verspätung, da zentrale Zulieferer ausgefallen waren. Tausende Kilometer von der Katastrophe entfernt mussten Unternehmen ihre Produktion drosseln. Computerhersteller zum Beispiel, weil in Folge der thailändischen Fluten die weltweite Produktion von Festplatten um rund ein Drittel eingebrochen war.

"Dieselbe Flexibilität, die die Kostenvorteile moderner Lieferketten begründet, macht diese auch anfällig für Störungen", sagt Paul Carter, Global Head of Risk Consulting beim Allianz-Industrieversicherer AGCS.

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