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21.01.2013
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Boeing
Behörden weiten Dreamliner-Untersuchungen aus

Ausgebrannt: Eine Batterie, wie sie im Boeing-Modell Dreamliner verwendet wird
REUTERS/ JTSB

Ausgebrannt: Eine Batterie, wie sie im Boeing-Modell Dreamliner verwendet wird

Ermittler bewerten im "Dreamliner" verwendete Batterien offenbar als ein echtes Sicherheitsrisiko. Sie haben jetzt die Produktionsstätten des Herstellers Yuasa unter die Lupe genommen. Das Startverbot für die Maschinen von Boeing bleibt in Kraft.

Kyoto - Nach der Pannenserie bei Boeings Dreamliner nehmen Sicherheitsexperten nun den japanischen Batterie-Hersteller ins Visier. Ermittler der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie Experten aus Japan untersuchten am Montag die Produktionsräume des Batterie-Produzenten GS Yuasa in Kyoto. Auch das Bordaggregat und die Ladegeräte der Lithium-Ionen-Batterie werden unter die Lupe genommen.

Da unklar ist, wann Ergebnisse vorliegen, ist auch offen, wann das Startverbot wieder aufgehoben wird. Boeing Chart zeigen hat die Auslieferung der Maschinen gestoppt, will die Produktion des Langstreckenflugzeugs aber fortsetzen.

Der Brand einer Batterie hatte am Mittwoch eine 787-Maschine der japanischen All Nippon Airways (ANA) zur Notlandung in Takamatsu gezwungen. Daraufhin zog die US-Luffahrtbehörde die Reißleine und nahm den Prestige-Flieger des Airbus -Rivalen aus dem Verkehr. Die Behörden in Europa, Japan, Indien und Katar schlossen sich dem an.

Treibstofflecks, Kabelproblem, Bremsstörungen: Boeings Pannenserie

Zuvor hatte Boeing bereits mit zwei Treibstofflecks, einem Kabelproblem, Bremsstörungen und einem zersprungenen Cockpit-Fenster für Negativ-Schlagzeilen gesorgt.

Die gravierendsten Sicherheitsbedenken richten sich inzwischen aber auf den Einsatz der modernen Lithium-Ionen-Batterien. Sie sind leichter und leistungsstärker als herkömmliche Modelle, können sich aber auch schneller entzünden. So brach bereits Anfang Januar bei einer geparkten 787-Maschine von Japan Airlines (JAL) am Bostoner Flughafen nach einer Batterie-Explosion ein Brand aus.

"Batterie nicht in Ordnung"

"Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Batterie sowohl in Boston als auch Takamatsu nicht in Ordnung war", sagte ein Experte der japanischen Behörde CAB. "Wir untersuchen nun, ob die Arbeiten vom Design bis zur Herstellung sachgemäß waren." Hersteller der Ladegeräte ist Securaplane Technologies, Tochter der britischen Meggitt. Das Bordaggregat wird gebaut von United Technologies.

Die genaue Ursache der Probleme mit den Batterien ist nach wie vor unklar. Eine zu hohe Spannung als Grund für die Explosion in der 787-Maschine in Boston hat die US-Behörde NTSB mittlerweile ausgeschlossen. Dagegen führten japanische Experten den Vorfall in Takamatsu auf eine zu hohe Spannung zurück, die die Batterie überhitzt hatte und zum Austritt von Flüssigkeit führte.

Japanische Airline ANA streicht 177 Flüge

Die japanische Fluggesellschaft ANA sagte wegen des Startverbots für die kommenden Tage weitere 151 inländische und 26 internationale Flüge ab. Davon sind rund 21.000 Passagiere betroffen. Der heimische Konkurrent JAL strich weitere Flüge auf der Strecke Tokio-San Diego. Japan ist der bisher größte Markt für den Dreamliner. Die Hälfte der bislang ausgelieferten 50 Karbon-Flieger ging an die beiden japanischen Airlines.

Die Ratingagentur Moody's behielt ihre Boeing-Bewertung zunächst bei. Auf Grund des übrigen starken Geschäfts und der hohen Liquidität des Konzerns hätten die Probleme mit der 787 noch keine Auswirkungen auf die Finanzkraft.

rei/rtr

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