Donnerstag, 28. Mai 2015

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Fußball-Bundesliga "Die erfolgreichste Liga in Europa"

Deutschland vor Spanien und Italien: Die spannendsten Fußball-Ligen
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AFP

Die Bundesliga könnte zur erfolgreichsten Liga in Europa werden, sagt Björn Bloching. Der Fußball- und Marketingexperte erklärt, warum umkämpfte Spiele der Schlüssel zum Erfolg sind, warum der FC Bayern auch mit Pep Guardiola nicht zu überlegen werden darf - und warum ein Ausschluss von Chelsea oder Real Madrid von der Champions League wünschenswert wäre.

mm: Herr Bloching, für die Fußball-Bundesliga brechen goldene Zeiten an.

Bloching: Da schießen sie übers Ziel hinaus. So weit ist es noch nicht,...

mm: ...hört man zum Beispiel Uli Hoeneß zu, dem Präsidenten des FC Bayern München, bekommt man schon bisweilen den Eindruck. Und auch die Studie, die Sie gemeinsam mit Tim Pawlowski von der Universität Tübingen erarbeitet haben, lässt eine positive Entwicklung erwarten.

Bloching: Richtig, tendenziell wird die Bundesliga stärker werden. Dieser Aufstieg, der ja laut Uefa-Ranking auch schon begonnen hat, wird sich allerdings über viele Jahre hinziehen. Langfristig könnte die Bundesliga dann wirklich die größte und erfolgreichste Liga in Europa werden.

mm: Was stimmt Sie so positiv?

Bloching: Wir haben analysiert, wie spannend die fünf europäischen Top-Ligen sind. Wie ausgeglichen sind die Spiele, wie umkämpft und wie lange offen sind Meisterschaft und Plätze für europäische Wettbewerbe. Da schneidet die Bundesliga im Vergleich etwa zu Spanien, England und Italien sehr gut ab.

mm: Obwohl Bayern München die Liga seit Jahrzehnten dominiert?

Bloching: Spannend war es trotzdem fast immer. Denken Sie an die Meisterschaften für den VfB Stuttgart, den VfL Wolfsburg und zuletzt Borussia Dortmund ...

mm: ... kurzfristige Episoden. Wolfsburg spielt schon drei Jahre später gegen den Abstieg.

Bloching: Die Bayern-Rivalen werden aufholen. Aber eins stimmt in der Tat nachdenklich: Die höchste Spielklasse ist zwar nur in Frankreich spannender als in Deutschland. Die Wettbewerbsintensität hat in der Bundesliga trotzdem abgenommen; allerdings nicht so stark wie zum Beispiel in Spanien oder England.

mm: Man könnte Ihre Ergebnisse auch so deuten, dass die Ausgeglichenheit der Bundesliga einen gar nicht so angenehmen Grund hat: dass die große Masse der Clubs international nicht über Mittelmaß hinaus kommt.

Bloching: Für die breite Masse gilt das auch noch. Aber langfristig dürfte sich das ändern. Die hohe Spannung erhält das Interesse der Fans, die Stadien sind voll, das Fernsehen berichtet ausführlich, und zwar die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, und nicht wie in Spanien und England Pay-TV-Sender. Das Fernsehen zieht Sponsoren an, die Clubs können starke Mannschaften finanzieren, ohne sich gleich wirtschaftlich zu übernehmen. In anderen europäischen Ligen sind die Voraussetzungen längst nicht so gut.

mm: Aber die europäischen Clubwettbewerbe gewinnen regelmäßig die anderen.

Bloching: Noch. Spätestens wenn die Uefa ihr Financial Fair Play umsetzt, wenn die Europäische Fußball-Union also ähnlich wie die Bundesliga wirtschaftliche Solidität einfordert, werden sich die Kräfteverhältnisse auch an der absoluten Spitze ändern. Und vergessen Sie nicht: Bayern München hat in den vergangenen drei Jahren zweimal das Endspiel der Champions League erreicht, und Borussia Dortmund ist gerade erst Gruppensieger geworden - vor Real Madrid.

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