14.01.2013
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EU-Ablehnung
Fusion mit UPS vor dem Aus - TNT-Aktie bricht ein

TNT Express: Aus der Fusion des niederländischen Konzerns mit UPS wird wohl nichts
[M] DPA

TNT Express: Aus der Fusion des niederländischen Konzerns mit UPS wird wohl nichts

Die milliardenschwere Fusion der Logistiker UPS und TNT Express ist geplatzt. Die EU-Wettbewerbshüter informierten die Konzerne über die bevorstehende Ablehnung. Die TNT-Aktie verliert fast 50 Prozent.

Atlanta/Hoofdorp - Die größte Übernahme in der Geschichte der Logistik-Branche steht vor dem Aus: Der US-Paketzusteller UPS will seine 5,2 Milliarden Euro schwere Offerte für den niederländischen Konkurrenten TNT Express zurückziehen. Hintergrund sind wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission, teilte der US-Konzern mit.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter wollten der Übernahme einen Riegel vorschieben. Die Deutsche Post Chart zeigen muss damit nicht mit schärferer Konkurrenz durch einen deutlich gewachsenen Wettbewerber UPS rechnen. Eine Sprecherin wollte das Scheitern der Fusion nicht kommentieren.

UPS muss TNT nun für das Aus entschädigen: Der weltgrößte Paketdienst werde TNT Express für den Abbruch der Transaktion eine Gebühr von 200 Millionen Euro zahlen, hieß es weiter. Aktien von TNT Express Chart zeigen brachen ein. Sie eröffneten mit einem Minus von 49 Prozent.

UPS Chart zeigen hatte die Übernahme von TNT Express vor einem knappen Jahr angekündigt - und sich damals zuversichtlich gezeigt, dass die Transaktion nicht am Widerstand der Wettbewerbshüter scheitert. Noch im dritten Quartal 2012, hieß es damals, werde die Milliardenübernahme abgeschlossen. Entstehen sollte ein weltweit agierender Gigant mit einem Umsatz von über 45 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Die Deutsche Post hatte 2011 abseits des Briefgeschäfts einen Umsatz von rund 39 Milliarden Euro erwirtschaftet. Knapp 400.000 Menschen beschäftigt der US-Konzern weltweit, bei TNT sind es rund 77.000 Personen. "Wir schmieden einen Weltmarktführer", kündigte UPS-Finanzchef Kurt Kuehn damals an. Nun steht der US-Riese vor einem Scherbenhaufen.

EU-Kommission hatte wiederholt Bedenken geäußert

"Wir sind angesichts der Position der EU-Kommission außerordentlich enttäuscht", erklärte UPS-Chef Scott Davis. UPS habe den Brüsseler Wettbewerbshütern erhebliche Zugeständnisse angeboten, um ihre Bedenken auszuräumen. UPS werde sich genauer erklären, wenn die EU-Kommission ihren Verbotsbeschluss formell gefällt habe. Dieses werde in den kommenden Wochen erwartet.

UPS wolle aber auch ohne TNT Express wachsen, stellte Davis klar. Der Konzern habe die finanzielle Stärke, künftige Gelegenheiten zu ergreifen. TNT Express reagierte ebenfalls enttäuscht angesichts des Scheiterns der Übernahme. Die Pläne hätten das Management von seinen eigentlichen Aufgaben abgelenkt - denen es sich nun wieder zuwenden wolle, hieß es. Nun sollten neue Wege zur Steigerung der Profitabilität gegangen werden.

Unklar blieb zunächst, wie der US-Konkurrent FedEx Chart zeigen auf das Scheitern der UPS-Pläne reagiert. Die Nummer zwei am US-Markt galt in der Vergangenheit als möglicher Käufer von TNT Express.

Die EU-Kommission hatte bereits in der vergangenen Monaten wiederholt Bedenken gegen den Zusammenschluss geäußert. "Die geplante Übernahme könnte den Wettbewerb vor allem bei der Bereitstellung der schnellsten Kurierdienste zu Lasten der direkten Kunden und letztlich der europäischen Verbraucher beschränken", hatte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia gesagt.

UPS Chart zeigen sah das anders. "Wir haben weiterhin einen funktionierenden Wettbewerb", hatte UPS-Chef Daniel Brutto im Herbst beteuert. Im europäischen Markt gebe es nicht nur die vier Logistikunternehmen Deutsche Post DHL, FedEx, UPS und TNT Chart zeigen, sondern viele Konkurrenten. So stehe UPS in Deutschland auch mit DPD, GLS, Schenker sowie Kühne und Nagel bei verschiedenen Dienstleistungen in Konkurrenz.

rei/dpa-afx

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