Freitag, 4. September 2015

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Rüdiger Grube Bahn-Chef will keinen EADS-Aufseher-Job

Will sich ganz der Deutschen Bahn widmen: Bahn-Chef Grube lehnt einen Aufsichtsratsposten bei EADS ab

Er war wohl Wunschkandidat von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber Bahn-Chef Rüdiger Grube will keinen Aufseherposten beim Luftfahrtkonzern EADS übernehmen, sagt er.

München - Bahnchef Rüdiger Grube lehnt offenbar einen Posten im Verwaltungsrat des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ab. "Ich werde die Aufgabe bei der EADS nicht annehmen", sagte er im Gespräch mit dem Fernsehsender Phoenix und der "Süddeutschen Zeitung".

Er habe sich sehr geehrt gefühlt, dass er für diese Aufgabe angesprochen wurde. "Aber wenn man so über Weihnachten ein bisschen schlafen kann, ein bisschen regenerieren, dann denkt man über ein paar Dinge nach", sagte Grube weiter. Daher habe er sich entschlossen, auch weiterhin voll der Bahn zur Verfügung zu stehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hätte ihn dem Bericht zufolge gerne als einen von zwei deutschen Vertretern im Verwaltungsrat von EADS Börsen-Chart zeigen gesehen.

Dass beim Bahnprojekt "Stuttgart 21" weitere Mehrkosten entstehen könnten, wollte er dem Bericht nach nicht endgültig ausschließen. Es sei nicht möglich, den Preis für ein solches Projekt zehn Jahre im Voraus zu nennen. So sei zum einen nicht klar, was beim Bau des Tiefbahnhofs im Erdreich gefunden werde. "Zweitens: Kein Bauunternehmer macht heute mit Ihnen festgelegte Stahlpreise oder Zementpreise", sagte Grube.

Der Kostenpuffer müsse bei solchen Vorhaben eher etwas größer Sein als zu klein, resümierte Grube. Die Kosten dürften zu Beginn nicht niedrig gerechnet werden, "damit das Projekt seine Finanzierung findet und nachher kommen wir mit der großen Überraschung".

rei/dapd

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