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10.01.2013
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Consulting-Professor Fink
"Reifer Markt"

Von Dietmar Student

"Der klassische Strategiemarkt wächst wieder": Professor Dietmar Fink mit WGMB-Geschäftsführerin Bianka Knoblach in Oxford
Graham Trott

"Der klassische Strategiemarkt wächst wieder": Professor Dietmar Fink mit WGMB-Geschäftsführerin Bianka Knoblach in Oxford

Consulting-Professor Dietmar Fink über neue Trends in der Beraterzunft und den Großangriff der Wirtschaftsprüfer.

mm: Herr Fink, die Weltkonjunktur lahmt, auch Deutschland sagen die Wirtschaftsforscher für 2013 nur ein mageres Wachstum voraus. Zunehmend macht sich Verunsicherung in den Unternehmen breit. Was bedeutet der ökonomische Blues für die Ratgeberzunft?

Fink: Die Unternehmen wollen plötzlich nicht mehr in erster Linie die Umsetzer, die in den Maschinenraum hineingehen und an allen Schrauben drehen. Die gegenwärtige Verunsicherung führt dazu, dass die Firmen jemanden suchen, der Ideen liefert und Orientierung gibt.

mm: Ist das nicht immer so in der Krise?

Fink: Nein. In schlechten Zeiten rückt normalerweise die operative Seite in den Mittelpunkt. Erst im Aufschwung sind wieder die Strategen gefragt, die sollen dann neue Wachstumschancen finden. Das ist das typische Bild. Aber das hat sich nun umgedreht.

mm: Wie erklären Sie sich das?

Fink: Die Unternehmen optimieren ihr operatives Geschäft nun schon ziemlich lange. Da sind dann auch die größten Effizienzreserven irgendwann ausgeschöpft. Außerdem hat sich in manchen Unternehmen eine gewisse operative Aussichtslosigkeit breitgemacht. Nach dem Motto: Wir legen ein Effizienzprogramm nach dem nächsten auf, aber es geht trotzdem nicht entscheidend voran. Jetzt suchen die Manager nach dem großen strategischen Plan, der sie auch auf unsicheren Märkten wieder voranbringt. Hinter dem Wiederaufleben der Strategie verbirgt sich zudem ein weiterer Wandel.

mm: Wir hören.

Fink: In den vergangenen Jahren war der Treiber des Beratungsgeschäfts vor allem das mittlere Management. Das musste schließlich die operative Effizienz auf Vordermann bringen. Jetzt geht der Impuls für Beratungsprojekte wieder stärker von Vorständen und Geschäftsführern aus. Die Folge: Die Zahl der Projekte wird kleiner, aber das Volumen größer. Und die Vorhaben werden thematisch von den Interessen des Topmanagements getrieben. Also von den Fragen: Wo geht es hin? Was sind die großen strategischen Linien?

mm: Wird jetzt besser bezahlt? Ist der Preisdruck, dem viele Unternehmensberater nachgaben, weg?

Fink: Der Preisdruck bleibt bestehen. Auch wenn die klassische Strategieberatung momentan wieder auflebt, werden operative Themen auch in Zukunft einen großen Teil des Beratungsmarktes ausmachen. Und: Die kann man nun einmal nicht so teuer verkaufen wie Strategieprojekte. Zudem ist in den vergangenen Jahren eine Reihe von Spezialberatern groß geworden. Das sind Firmen wie Brainnet oder J&M, die gute Leistungen zu merklich niedrigeren Tarifen anbieten. Und auch die großen Wirtschaftsprüfer sind beim Preisniveau eine Ebene unter den klassischen Managementberatern angesiedelt. Diese Entwicklungen haben wahnsinnig auf die Preise gedrückt.

mm: Die Wirtschaftsprüfer haben angekündigt, ihr Consulting-Business in den kommenden Jahren verdoppeln zu wollen. Folgt jetzt endlich der von Ihnen schon lange vorhergesagte Großangriff der finanzstarken Kolosse?

Fink: Ja. Die greifen nicht nur an, die greifen auch tief in die Schatulle. KPMG und PricewaterhouseCoopers (PwC) scheinen sich sehr gezielt die Großen unter den mittelgroßen Beratungen herauszupicken, die in einem bestimmten Fachgebiet führend sind. PwC hat den Supply-Chain-Berater PRTM gekauft, KPMG den Einkaufsspezialisten Brainnet. Deloitte übernimmt den Strategieberater Monitor. Es wird demnächst definitiv weitere Übernahmen dieser Art geben.

mm: Warum müssen sie kaufen? Können die Wirtschaftsprüfer nicht aus eigener Kraft wachsen?

Fink: Sie wachsen ja auch aus eigener Kraft. Die vier Großen haben sich aber so ambitionierte Ziele gesetzt, dass das interne Wachstum nicht ausreichen wird. Alle vier verfolgen die gleiche Strategie, und die beruht auf Zukäufen. Dieser Plan wird aber nicht bei allen aufgehen.

Zum Berater-Ranking: Zahl, schau, wem

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