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28.12.2012
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Kooperativen
Die Macht der Genossen

Von Arvid Kaiser

Heimliche Macht: Wo Genossenschaften den Markt machen
Fotos
DPA

Jenseits von Börse und privaten Dynastien hat sich ein großer Teil der Wirtschaft kooperativ organisiert. Genossenschaften mischen in Branchen wie Handel, Banken oder Immobilien kräftig mit. Eine alternative Gegenwelt? Nicht ganz.

Hamburg - Zum Jahreswechsel ist es so weit. "Die Baywa wird zum globalen Agrarhändler", wie das Münchener Unternehmen vorab zur Übernahme des niederländischen Getreidehändlers Cefetra und der Mehrheit am norddeutschen Bohnhorst Agrarhandel mitteilte. Von einem "Meilenstein im internationalen Ausbau" spricht Baywa-Chef Klaus Josef Lutz, der mindestens 15 Milliarden Euro Umsatz anpeilt - das Niveau eines mittleren Dax-Konzerns.

Als Gründe verweist die Baywa auf "zunehmenden Wettbewerbsdruck durch internationale Konsolidierung, die wachsende Nachfrage nach Getreide in Asien und Afrika sowie die Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen in Südamerika und Osteuropa".

Das klingt so gar nicht mehr nach provinziell-pittoreskem bayerischen Bauerntum, wie es die Musikanten der "Biermösl Blosn" einst mit ihrer Bayernlied-Satire "Gott mit Dir, Du Land der Baywa" aufs Korn nahmen. Tatsächlich notiert der Agrarhändler Chart zeigen heute als Aktiengesellschaft im MDax Chart zeigen, doch dahinter stehen über zwei Beteiligungsgesellschaften als Großaktionäre immer noch genossenschaftlich organisierte Bauern aus Bayern und Österreich.

Zum Ausklang des von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Internationalen Jahrs der Genossenschaften" zeigt sich die kooperative Unternehmensform gestärkt. Nach Angaben der (genossenschaftlichen) DZ Bank gibt es in Deutschland inzwischen sechsmal so viele Genossen wie Aktionäre, nämlich 21,25 Millionen, und 880.000 Beschäftigte arbeiten für eine der rund 8100 Genossenschaften. "Die Genossenschaftsidee geht gestärkt aus der Krise hervor", findet DZ-Bank-Ökonom Michael Stappel.

Die Idee der gemeinschaftlichen Selbsthilfe gegen übermächtige wirtschaftliche Zwänge tauchte in diesem Jahr oft in warmen Worten von Festrednern auf, ob von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler oder CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Genossenschaften als "immanenten Bestandteil der Sozialen Marktwirtschaft" und "ganz wichtigen Gedanken für den Zusammenhalt in der Gesellschaft" adelte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte Kooperativen zum Beweis, "dass Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung zusammengehen".

Alle großen Parteien in Deutschland können sich mit der Genossenschaftsidee identifizieren, waren doch unter den Pionieren der Bewegung im 19. Jahrhundert mit dem Liberalen Hermann Schultze-Delitzsch ("Mehrere kleine Kräfte vereint bilden eine große"), dem Christdemokraten Friedrich Wilhelm Raiffeisen und dem Sozialdemokraten Ferdinand Lassalle alle wichtigen Lager vertreten - wenn auch untereinander zerstritten. Auch Grüne und Linke beschwören die "solidarische Ökonomie".

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