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10.12.2012
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Milliardendeal
AIG verkauft Flugzeugleasing nach China

Büro der American International Group (AIG): Bislang größter Aufkauf eines US-Unternehmens durch Investoren aus China
AFP

Büro der American International Group (AIG): Bislang größter Aufkauf eines US-Unternehmens durch Investoren aus China

Der Versicherungsgigant AIG schrumpft sich weiter gesund. Für gut vier Milliarden Euro gibt der Konzern sein Luftfahrtleasinggeschäft in die Hände chinesischer Investoren. Gründe für den Megadeal sind unter anderem das Wachstum in Asien und die Unsicherheiten an den Börsen.

Peking - Der angeschlagene amerikanische Versicherungsriese AIG verkauft den größten Teil seiner Flugzeugleasing-Sparte für 5,28 Milliarden US-Dollar (4,09 Milliarden Euro) nach China. Dieser bislang größte Aufkauf eines US-Unternehmens durch Investoren aus China muss von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Der Konzern berichtete am Montag in einer Mitteilung aus New York über die Vereinbarung, bis zu 90 Prozent an der International Lease Finance Corporation (ILFC) an eine Investorengruppe unter Führung von Weng Xianding, dem Vorsitzenden der New China Trust Company, zu verkaufen. Zu dem Konsortium gehört auch der China Aviation Industrial Fund.

ILFC ist eines der weltweit größten Flugzeugleasing-Unternehmen. Es verfügt über mehr als 1000 Flugzeuge und kooperiert mit rund 200 Fluggesellschaften in 80 Ländern. Die Vereinbarung sieht zunächst den Verkauf von 80,1 Prozent für 4,23 Milliarden US-Dollar und die Option für den Kauf von weiteren 9,9 Prozent vor, wie AIG mitteilte. Nach der behördlichen Billigung des Geschäfts und der Ausübung der Option sollen sich auch die New China Life Insurance und der Investitionsarm der Industrial and Commercial Bank of China Chart zeigen (ICBC) beteiligen.

Verkauf statt Börsengang

Der Verkauf ist Teil der Bemühungen des 2008 in der globalen Finanzkrise von der US-Regierung mit 182 Milliarden US-Dollar geretteten Versicherungskonzerns, wieder auf eigene Füße zu kommen. AIG Chart zeigen verkauft seither Geschäftssparten, die nicht zum eigentlichen Geschäft der Versicherung gehören, um das Geld zurückzuzahlen. Das fast vier Jahrzehnte alte Leasing-Unternehmen gehört zu den "Kronjuwelen" des Versicherers, wie Branchenkenner sagen. ILFC ist einer der größten Kunden der Flugzeughersteller Airbus und Boeing .

AIG will mindestens 10 Prozent behalten. ILFC beschäftigt 560 Angestellte, davon 450 in den USA. Ursprünglich war ein Börsengang erwogen worden, von dem sich der Versicherer auch mehr erhofft hatte. Doch wurde der Plan wegen der Ungewissheiten an den Finanzmärkten zugunsten des klaren Investments aus China aufgegeben.

Der Verkauf muss allerdings unter anderem vom Komitee für Auslandsinvestitionen der USA genehmigt werden, das auch nationale Sicherheitsinteressen in Erwägung zieht und große Übernahmen aus China kritisch beäugt.

Die Investoren wollen vom Boom der Luftfahrtindustrie in China profitieren, der wesentlich zum künftigen Wachstum des Unternehmens beitragen soll. Schon heute ist ILFC mit einem Marktanteil von 30 Prozent das größte Flugzeugleasing-Unternehmen in China. 16 chinesische Fluggesellschaften nutzen mehr als 170 Flugzeuge von ILFC. "Dieses Geschäft schafft eine solide und strategische Partnerschaft für ILFC", sagte AIG-Präsident Robert Benmosche laut einer Mitteilung. Das Flugzeugleasing gehöre nicht zum Kerngeschäft von AIG. Der Verkauf werde die Liquidität und das Kreditprofil verbessern, so dass sich das Unternehmen stärker auf sein Versicherungsgeschäft konzentrieren könne.

Sandy kostet AIG rund 1,3 Milliarden Dollar

Zuletzt hatte AIG wieder Milliardengewinne geschrieben. Die Auswirkungen des US-Hurrikans Sandy hatten das Unternehmen indes getroffen. AIG rechnet durch den Wirbelsturm "Sandy" mit Kosten von 1,3 Milliarden Dollar. Dieser Betrag errechne sich nach Steuern und Leistungen von Rückversicherern, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Vor Steuern dürfte "Sandy" zwei Milliarden US-Dollar gekostet haben. Aufgrund der Komplexität des Ereignisses und seiner Folgen könnten die endgültigen Kosten von diesen vorläufigen Berechnungen abweichen, hieß es einschränkend.

krk/dpa

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