USAmanager magazin RSS  - USA

Alle Artikel und Hintergründe


04.12.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Abschied vom Outsourcing
Do-it-yourself-Welle in den Konzernen

Von Markus Gärtner

Produktion bei General Motors: Der Autobauer übernimmt 3000 IT-Spezialisten von HP - um beim Thema Innovationen am Lenkrad zu bleiben
AFP

Produktion bei General Motors: Der Autobauer übernimmt 3000 IT-Spezialisten von HP - um beim Thema Innovationen am Lenkrad zu bleiben

General Motors stellt Tausende IT-Leute ein. Acer entwickelt erstmals seit 10 Jahren einen Laptop selbst. Die Gucci-Mutter in Frankreich zieht M&A-Deals ohne externe Banken durch. In der Wirtschaft greift ein neues Regime um sich: Die Outsourcing-Welle kehrt sich teilweise um.

Es ist eine Trendwende: Der US-Autoriese General Motors Chart zeigen bringt Tausende von IT-Jobs zurück ins eigene Unternehmen. Sie waren einst ausgelagert worden, um Kosten zu sparen. Nissan Chart zeigen baut den Infinity jetzt doch selbst, anstatt ihn in Österreich von Magna Steyr im Auftrag fertigen zu lassen. Der Computerhersteller Acer Chart zeigen baut mit dem "Aspire S7" zum ersten Mal seit zehn Jahren einen Laptop komplett im eigenen Haus. Bisher werden 90% aller weltweit verkauften Computer von Firmen in Taiwan entworfen und hergestellt.

Mehr noch: Die französische Mutter von Gucci, PPR, verkaufte unlängst einen Anteil am afrikanischen Distributor CFAO, ohne für die Abwicklung eine Investmentbank zu beauftragen. Die eigene Finanzabteilung der Franzosen übernahm stattdessen die Betreuung des Deals.

In der Industrie zeichnet sich ein Trend zum Do-it-yourself ab. Immer mehr Funktionen werden zurück ins Mutterhaus geholt. Aufgaben werden lieber selbst erledigt, anstatt sie an Lieferanten, Ingenieurbüros oder externe Finanzdienstleister zu vergeben.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von Überkapazitäten in der Autobranche, über verkürzte Modellzyklen und die wachsende Bedeutung von Innovationen in der Computerbranche, bis hin zur kritischen Rolle, die Software erreicht hat.

Es beginnt bei automatisch arbeitenden Scheibenwischern, deren Einsatz von den Herstellern gemessen und zu einem Wetterdienst zusammengefasst werden kann, bis hin zu Apps von Smartphones, aus denen das Kaufverhalten von Kunden analysiert werden kann, um wertvolle Daten für weitere Geschäftsfelder zu gewinnen. All das wollen Smartphone-Hersteller nicht länger externen Programmierern überlassen, um die Kontrolle über die Verwertung zu behalten und die Weiterentwicklung zu beschleunigen.

Mehr Tempo bei der Entwicklung

Randy Mott, der als neuer Chief Information Officer im Februar bei General Motors einstieg, will bis zu 10.000 IT-Leute einstellen und in den USA vier Software-Innovationszentren aufbauen. "Das Outsourcing-Modell bei GM für IT war teuer, wenig effizient, und hat sich überholt", urteilt CEO Dan Akerson. Was er jetzt will, ist ganz simpel mehr Tempo bei der Entwicklung und ein besserer Zuschnitt der Technologie auf Kundenwünsche.

"Wenn man Arbeit nach draußen vergibt", erklärt Akerson, "will man die Kosten für etwas senken, das gleich bleibt, aber wir wollen uns jetzt nach vorne bewegen." Angepeilt wird die doppelte Entwicklungsgeschwindigkeit für neue IT-Anwendungen.

Hintergrund ist die revolutionäre Ausbreitung von Software in den Fahrzeugen. "Viele PKW haben heute mehr Software-Power als die Apollo-Mission", sagt der Experte für Entwicklungs-Management an der Harvard Business School, Alan MacCormack, "ein gutes Antriebssystem kann jeder bauen, aber die Software dazu macht den Unterschied, und dieses Kronjuwel wollen viele nicht mehr outsourcen."

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Vor Aufspaltung
HP bricht noch mehr Geschäft weg
Jury-Entscheid im Fall Michael Brown
Demonstranten blockieren Verkehr in 170 US-Städten
Tod von Michael Brown
Die Verhörprotokolle des Todesschützen
Neue US-Regeln
Burger King und Co. müssen künftig Kalorien angeben

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?