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04.12.2012
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Wachstumspläne
Eon sucht sein Heil in der Türkei 

Expansionspläne: Eon will in der Türkei kräftig wachsen
ddp

Expansionspläne: Eon will in der Türkei kräftig wachsen

Deutschlands größter Energiekonzern Eon sucht sein Heil in der Türkei: Über einen Anteilstausch mit dem österreichischen Konkurrenten Verbund steigen die Deutschen mit 50 Prozent beim türkischen Energieunternehmen Enerjisa ein.

Düsseldorf/Wien - Eon-Chef Johannes Teyssen hat den bereits seit längerem geplanten Einstieg des Versorgers in der Türkei perfekt gemacht. Der in Deutschland unter der Atomwende leidende Konzern übernimmt vom österreichischen Konkurrenten Verbund 50 Prozent der Anteile an dem türkischen Energieunternehmen Enerjisa. Bis 2020 solle Enerjisa durch den Bau neuer Kraftwerke einen Anteil am türkischen Erzeugungsmarkt von mindestens 10 Prozent erhalten, kündigte Teyssen an. Partner in dem Joint Venture ist die türkische Sabanci-Gruppe.

Eon Chart zeigen ist in Deutschland an seine Wachstumsgrenzen gestoßen und sucht sein Heil in fernen Märkten. Anfang des Jahres hatte Teyssen bereits Brasilien ins Visier genommen. "Die Türkei zählt zu den wachstumsstärksten Ländern der Welt und verzeichnet eine erhebliche und anhaltende Zunahme des Energiebedarfs", sagte der Manager nun.

Teyssen hatte den Einstieg am Montag unter Dach und Fach gebracht. Mit dem künftigen Partner Sabanci wolle der Konzern in der Türkei bis 2020 über Kraftwerke mit einer Leistung von bis zu 8000 Megawatt verfügen. Bislang hat Enerjisa Gas-, Wasser- und Windkraftwerke mit rund 1700 Megawatt installiert. Anlagen mit weiteren 2000 Megawatt sind bereits im Bau, 1500 Megawatt in der Entwicklungsphase.

Der Anteilstausch mit Verbund soll im ersten Quartal 2013 abgeschlossen werden. Die Österreicher erhalten im Gegenzug zu den 50 Prozent an Enerjisa Anteile von Eon an acht Laufwasserkraftwerken in Deutschland. Der mehrheitlich in Staatsbesitz stehende Konzern will sich künftig auf Wasserkraft in Österreich und Deutschland konzentrieren. "Daher ergreifen wir die Chance, unsere Wasserkrafterzeugung in Deutschland auszubauen sowie mehr Kontrolle in bestehenden Beteiligungen zu haben", sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber.

Mit dem Ausstieg aus dem Türkeigeschäft erzielt Verbund Schätzungen zufolge einen Buchgewinn von rund 500 Millionen Euro. Für den Einstieg in den Markt hatte der Konzern 1,2 Milliarden Euro gezahlt.

Schwellenländer im Visier

Mit dem Vorstoß in der Türkei kann Teyssen zum Ende eines schwierigen Jahres noch einen Erfolg verbuchen. Mitte November hatte der größte deutsche Energiekonzern noch mit der Rücknahme seiner Geschäftsprognosen für die kommenden Jahre für einen Kurssturz der Aktie gesorgt. Während in Europa die Strompreise wegen der schwächeren Konjunktur unter Druck sind, nimmt der Verbrauch in aufstrebenden Ländern wie der Türkei und Brasilien zu.

In Brasilien hat sich Eon an dem Versorger MPX des deutschstämmigen Milliardärs Eike Batista beteiligt. Das Gemeinschaftsunternehmen soll in Brasilien und Chile Kraftwerke mit einer Kapazität von rund 20.000 Megawatt betreiben. Teyssen hatte auch eine Blick auf den indischen Markt geworfen, einen Einstieg aber erstmal wieder zu den Akten gelegt.

mihec/rtr

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