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28.11.2012
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Media-Saturn
China-Pläne der Metro geraten in Gefahr

Media Markt in Shanghai: Der Elektronikhändler ist derzeit mit sieben Filialen in China vertreten. Nach Ansich von Erich Kellerhals agiert Metro bei der geplanten Expansion viel zu vorsichtig
DPA

Media Markt in Shanghai: Der Elektronikhändler ist derzeit mit sieben Filialen in China vertreten. Nach Ansich von Erich Kellerhals agiert Metro bei der geplanten Expansion viel zu vorsichtig

Der Handelsriese Metro will mit Media-Saturn in China expandieren - muss dabei aber ohne den Saturn-Mitgründer Erich Kellerhals auskommen. Der Milliardär kritisiert Metro-Chef Olaf Koch scharf. Die geplante Expansion steht wieder infrage.

Düsseldorf - Seine Gesellschaft Convergenta Invest GmbH werde sich aus der für die Expansion in China gegründeten Media-Saturn-Gesellschaft zurückziehen, kündigte Kellerhals am Mittwoch an. Hintergrund sei die "mangelnde Investitionsbereitschaft der Metro", erklärte der Milliardär. Der Düsseldorfer Konzern könne die kapitalintensivere Ausweitung des Geschäfts im heftig umkämpften chinesischen Markt nun "in Eigenregie" vorantreiben.

Metro und Kellerhals kämpfen seit Jahren auch mit juristischen Mitteln um das Sagen bei Europas größter Elektronikhandelskette. "Im harten chinesischen Wettbewerb kann man sich nur behaupten, wenn man rasch und offensiv expandiert", beschied Kellerhals. "Es gibt nur die Wahl, entweder ganz oder gar nicht mitzumischen, ein Mittelweg führt ins Nichts", ließ er Metro-Chef Olaf Koch wissen. "Die Metro hat da leider nicht mitgezogen."

Das Management des Düsseldorfer Handelsriesen habe auch "die Anregung von Kellerhals, in China einen Wettbewerber zu übernehmen, der über eine dreistellige Anzahl von Märkten verfügt", nicht aufgreifen wollen.

Media Markt in China: Von sieben auf mehrere Hundert?

Media Markt unterhält in China derzeit sieben Filialen. Der Konzern hatte angekündigt, bis zum Jahresende über eine Expansion entscheiden zu wollen. 2009 hatte der frühere Metro-Chef Eckhard Cordes gesagt, der Konzern könne in China "mehrere Hundert" Elektromärkte eröffnen.

Cordes hatte Metro Chart zeigen Ende 2011 den Rücken kehren müssen und dem Konzern sinkende Umsätze und Gewinne hinterlassen, Nachfolger ist Olaf Koch.

Im Umfeld des Konzerns und der Tochter Media-Saturn waren in der Vergangenheit ernste Zweifel an einer umfassenden Ausweitung der Geschäfte im chinesischen Markt geäußert worden. Metro kann die Geschäfte von Media Markt dort aber auch ohne Kellerhals weiterführen. Dieser hielt 21,62 Prozent an der für die China-Expansion gegründeten Gesellschaft. Entsprechend hätte er sich an Investitionen beteiligen müssen. Kellerhals kündigte weiter an, sich nun auf das Europa-Geschäft von Media-Saturn konzentrieren zu wollen.

Jahrelanger Zwist mit Kellerhals

Ein Metro-Sprecher wollte Kellerhals' Aussagen zunächst nicht kommentieren. Der Handelsriese Metro liegt bereits seit Jahren mit Kellerhals im Clinch. Zuletzt hatten zwei Personalien bei Media-Saturn die Hoffnung aufkommen lassen, die Zwistigkeiten könnten beigelegt werden: Media-Saturn-Chef Horst Norberg soll bleiben, Loewe-Chef Oliver Seidl soll neuer Finanzchef der Kette werden.

Der Rechtsstreit zwischen Kellerhals und Metro dauert aber an. Kellerhals hatte Rechtsmittel gegen eine Schiedsgerichtsentscheidung und ein Urteil des Oberlandesgerichts München eingelegt, das Metro mehr Macht bei Media-Saturn gegeben hatte. Der Düsseldorfer Konzern hält knapp über 75 Prozent an Media-Saturn, Kellerhals über 21 Prozent.

Großaktionär Haniel reduziert Anteil an Metro

Die Metro kämpft derzeit an mehreren Fronten. Nicht nur die Euro-Krise macht dem Konzern zu schaffen, auch interne Umbauten zehren an den Kräften. Zudem musste Koch auch den Abstieg der Metro-Aktie aus dem Dax verkraften. Anfang Oktober stampfte Metro das Gewinnziel für 2012 ein - wichtige Rating-Agenturen stuften den Konzern herunter. Großaktionär Haniel kündigte zudem am Dienstag an, seinen Metro-Anteil innerhalb der nächsten 18 Monate um rund 4,24 Prozent reduzieren zu wollen. Die Beteiligung an den Düsseldorfern soll damit auf 30,01 Prozent sinken.

Mit einem Verkauf von mehr als vier Prozent der Metro-Aktien ist aber rechnerisch auch die Mehrheit der Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck an dem Handelskonzern verloren. Beide Familien zusammen kontrollieren derzeit 50,01 Prozent. Für eine Hauptversammlungsmehrheit dürfte der Anteil aber auch nach einem Verkauf reichen.

Die Aktien von Metro Chart zeigen notierten am Mittag mit einem Minus von 3,23 Prozent bei 21,43 Euro.

la/reuters

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