28.11.2012
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Textilfabrik in Bangladesch
Polizei nimmt drei Manager fest

Brennende Textilfirma: Das Unternehmen hat Kleidung für viele westliche Firmen hergestellt, darunter auch für C&A
AP

Brennende Textilfirma: Das Unternehmen hat Kleidung für viele westliche Firmen hergestellt, darunter auch für C&A

Nach dem Großbrand in einer Textilfabrik in Bangladesch mit 110 Toten sind drei Manager der Fabrik festgenommen worden. Die Männer sollen die Arbeiter am Verlassen des Gebäudes gehindert haben. Unterdessen ist in Bangladesch ein weiteres Feuer ausgebrochen.

Dhaka - Den drei Männern werde vorgeworfen, eine Evakuierung des Gebäudes verhindert zu haben, sagte der Polizeichef von Dhaka, Habibur Rahman. "Überlebende sagten uns, sie hätten Arbeitern nicht erlaubt, vor dem Feuer zu fliehen und hätten von einer Routinefeuerübung gesprochen", sagte Rahman.

Weitere Zeugen berichteten laut Polizei, die drei Führungskräfte hätten Vorhängeschlösser an den Ausgängen angebracht. Die Polizei vernahm zudem den Inhaber der Firma Tazreen Fashion, Delwar H. Dieser werde verdächtigt, sich nicht an die Bauvorschriften gehalten zu haben. Für das neunstöckige Fabrikgebäude nahe Dhaka habe nur eine Genehmigung über drei Stockwerke vorgelegen, sagte Rahman.

Mehr als tausend Arbeiter waren während der Nachtschicht von Samstag zu Sonntag in der Fabrik von den Flammen eingeschlossen gewesen. Die Firma produzierte Kleidung für westliche Firmen, darunter C&A. Am Dienstag trauerten die Menschen in Bangladesch um die Opfer der Katastrophe, auf den Dächern von Regierungsgebäuden und den etwa 4500 Textilfabriken hing die grün-rote Landesflagge auf Halbmast.

Erneut Verletzte bei Brand in Fabrik

Nach einem Bericht der in den Niederlanden sitzenden Menschenrechtsorganisation Clean Clothes Campaign starben seit 2006 rund 700 Menschen bei Bränden in Textilfabriken. Aktivisten werfen westlichen Auftraggebern vor, sich nicht ernsthaft für sichere Arbeitsbedingungen in ihren Subunternehmen in Billiglohnländern einzusetzen.

Unterdessen ist erneut eine Textilfabrik in Bangladesch in Brand geraten. Dabei sollen mindestens 50 Menschen sverletzt worden seien, als sie nach dem Ausbruch des Feuers in Panik gerieten.

Die Arbeiter der Fabrik Section Seven Limited in der Hafenstadt Chittagong hätten am Mittwoch fluchtartig das Gebäude verlassen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Bei dem Gedränge seien mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. Das Feuer sei in der vierten Etage des fünfstöckigen Gebäudes wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle, wie es hieß.

mg/afp

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