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26.11.2012
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Hurrikan in den USA
"Sandy" kostet Swiss Re 900 Millionen Dollar

Zerstörte Häuser in New Jersey: Swiss Re wird möglicherweise am stärksten belastet
REUTERS

Zerstörte Häuser in New Jersey: Swiss Re wird möglicherweise am stärksten belastet

Als erster der drei großen Rückversicherer hat Swiss Re eine konkrete Prognose der durch den Hurrikan "Sandy" verursachten Schäden gewagt. Der Konzern fürchtet Belastungen von 900 Millionen Dollar, die gesamte Branche müsse sogar bis zu 25 Milliarden Dollar tragen.

Zürich - Der Hurrikan "Sandy" könnte die Versicherungsbranche nach Schätzungen des Rückversicherers Swiss Re noch teurer zu stehen kommen als bislang erwartet. Auf bis zu 25 Milliarden Dollar schätzen die Schweizer die versicherten Schäden, die der Wirbelsturm vor allem an der Ostküste der USA angerichtet hat. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer aus der Schweiz dürfte davon 900 Millionen Dollar (771 Millionen Euro) zu tragen haben, wie er mitteilte.

Auch der Weltmarktführer Munich Re Chart zeigen und der Branchendritte Hannover Rück Chart zeigen erwarten hohe Schäden. Ihre Gewinnerwartungen für 2012 sahen die Unternehmen bislang jedoch nicht in Gefahr. Kurz nach Börsenöffnung notierten Papiere von Swiss Re Chart zeigen in einer ersten Reaktion etwas schwächer.

Die Schweizer sind die ersten unter den größten drei Rückversicherern, die sich mit einer konkreten Schadenschätzung an die Öffentlichkeit wagen. Munich-Re-Finanzchef Jörg Schneider hatte vor knapp drei Wochen lediglich eine Belastung im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich angekündigt.

Der kleinere Konkurrent Hannover Rück wagte bislang keine Prognose, hat aber noch viel Luft in seinem veranschlagten Großschadenbudget. Von den vorgesehenen 560 Millionen Euro für das laufende Jahr hatten die Hannoveraner nach den ersten neun Monaten erst 193 Millionen Euro ausgeschöpft. Hannover-Rück-Finanzchef Roland Vogel hielt es daher zuletzt für unwahrscheinlich, dass "Sandy" diesen Rahmen sprengt.

Swiss Re möglicherweise am stärksten getroffen

Wenn die Angaben zutreffen, hätte "Sandy" die Swiss Re möglicherweise stärker getroffen als die anderen großen Rückversicherer. Allerdings halten die Schweizer ihre Schadenprognose nicht für sehr zuverlässig. Die großflächigen Stromausfälle, Störungen im öffentlichen Verkehr und Schäden an anderen Teilen der Infrastruktur hätten nicht nur die Aufräumarbeiten, sondern auch die Schadenermittlung erschwert, sagte Swiss-Re-Manager Matthias Weber. "Unsere Schätzung von Ansprüchen unterliegt deshalb einem höheren Ausmaß an Unsicherheit als üblich."

In der Summe von 900 Millionen Dollar haben die Schweizer bereits berücksichtigt, dass sie Teile der Risiken an andere Rückversicherer abgegeben haben. Nicht eingerechnet ist, wie sich die Schäden bei der Steuerbelastung des Konzerns auswirken.

Unterdessen fürchtet die Swiss Re, dass "Sandy" die Versicherungsbranche noch stärker belasten wird als von Experten bislang erwartet. Den Schweizern zufolge dürften die Versicherer insgesamt einen Schaden von 20 bis 25 Milliarden Dollar zu tragen haben. Experten des Risikoanalysespezialisten Eqecat hatten zuletzt versicherte Schäden von zehn bis 20 Milliarden Dollar prognostiziert, Konkurrent Air Worldwide ging nur von sieben bis 15 Milliarden Dollar aus. Die volkswirtschaftlichen Schäden könnten laut Eqecat sogar 30 bis 50 Milliarden Dollar erreichen.

Hurrikan "Sandy" hatte Ende Oktober über der Karibik und den Bahamas getobt und anschließend schwere Zerstörungen an der Ostküste der USA angerichtet. Stark betroffen war auch die Metropole New York. Noch rund drei Wochen nach "Sandy" hatten tausende Menschen an der US-Ostküste keinen Strom, Benzin wurde rationiert. Allein in den USA hat "Sandy" mehr als 100 Menschen in den Tod gerissen, etwa die Hälfte von ihnen in New York.

mg/dpa-afx

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