Sonntag, 30. August 2015

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Regionalzüge Auch Bombardier lässt die Bahn warten

"Talent 2" von Bombardier: Zulassung für neue Regionalzüge fehlt

Die Probleme der Deutschen Bahn mit Zulieferern reißen nicht ab. Nach dem Debakel um verzögerte ICE-Lieferungen von Siemens muss die Bahn auch ohne neue Regionalzüge von Bombardier planen. Die Fahrzeuge sollten mit dem neuen Fahrplan in Hessen starten.

Berlin/Hamburg/Düsseldorf - Nach den Lieferverzögerungen bei den ICE-3-Zügen von Siemens wegen Softwarefehlern gibt es einem Pressebericht zufolge nun auch Probleme bei den Regionalzügen "Talent 2". Der Hersteller Bombardier habe die Bahn am Donnerstag über Schwierigkeiten bei der geplanten Zulassung von 22 neuen Zügen beim Eisenbahnbundesamt (EBA) informiert, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Industriekreise. Eigentlich hätten demnach die ersten der 22 roten Talent-Züge in Hessen zum Winterfahrplan am 9. Dezember eingesetzt werden sollen.

Die Bahn hatte im Jahr 2007 bei Bombardier Börsen-Chart zeigen 320 Züge im Wert von einer Milliarde Euro 2007 bestellt. Wie beim ICE sei es zu Lieferverzögerungen gekommen. 119 Züge sind inzwischen im Einsatz, hieß es in dem Bericht weiter.

Siemens Börsen-Chart zeigen hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass sich die Auslieferung der neuen ICE-Züge weiter verzögere. Ursache seien Probleme mit der Zugsteuerung. Die Deutsche Bahn erklärte, sie könne deswegen nicht die erhoffte Reserveflotte aufbauen. Ihr drohen daher in diesem Winter bei Schnee und Eis erneut Zugausfälle und Verspätungen. Eigentlich hatte Siemens die Auslieferung von acht Zügen zu Beginn des Winterfahrplans Anfang Dezember zugesagt.

Die Lieferprobleme gehen nach einem SPIEGEL-Bericht auf Probleme bei der Software für die Steuerung der Bremsen zurück. Das Kommando zum Anhalten des ICE-Zuges "irre" etwa eine Sekunde lang durch den Rechner, bevor es umgesetzt werde, berichtet das Nachrichten-Magazin in seiner neuen Ausgabe. Bei einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern komme der Zug bei einer Vollbremsung deshalb erst rund 70 Meter später zum Stehen. Trotzdem habe Siemens die Zulassung des ICE 3 angestrebt. Doch nachdem sich ein Gutachter sperrte, habe das Eisenbahnbundesamt die Freigabe verweigert.

Wie lange Siemens brauchen wird, um das Problem zu beheben, sei ungewiss, schreibt DER SPIEGEL. Der Hersteller kämpfe schon länger mit der Software des neuen ICE. Sie müsse kompatibel sein mit verschiedenem Signalsystemen europäischer Länder, in denen der Zug verkehre.

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