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16.11.2012
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Norden hui, Süden pfui
Schuldenlast spaltet Europas Fußballclubs

Von Martin Hintze

Top 10: Die umsatzstärksten Fußballclubs Europas
Fotos
DPA

Der FC Bayern hat neue Umsatzrekorde gemeldet - und steht damit beispielhaft für die Bundesliga. Vielen Vereinen hierzulande geht es prächtig. Über spanischen und italienischen Clubs kreist dagegen der Pleitegeier. Verschieben sich in der milliardenschweren Branche die Kräfteverhältnisse?

Hamburg - Langweilig ist es auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München nie. Legendär ist ein Auftritt von Uli Hoeneß aus dem Jahr 2007. Fans hatten mit Sprüchen wie "mit Sektglas in der Hand gibt es keine La Ola" oder "in der Tiefgarage ist mehr los" die maue Stimmung im Stadion thematisiert. Mit hochrotem Kopf polterte der Bayern-Boss auf seine Art zurück: "Das ist doch populistische Scheiße."

Am gestrigen Donnerstagabend dürfte Hoeneß' Blutdruck bei seinem Auftritt im Audi-Dom am Grasweg normal geblieben sein. Startrekord in der Bundesliga, Gala-Auftritt in der Champions League - sportlich läuft es rund für die Bayern. Und auch wirtschaftlich ist der "FC Krösus" bärenstark. "Der FC Bayern steht da wie eine Eins", stellte Hoeneß im Vorfeld klar. Vorstandsschef Karl-Heinz Rummenigge nennt seinen Verein "pumperlgesund". Kein Wunder, die FC Bayern AG erlöste in der vergangenen Spielzeit insgesamt 332,2 Millionen Euro - so viel wie noch nie. Unter dem Strich fuhr der FCB nach Abzug aller Steuern einen Gewinn von 11,1 Millionen Euro ein. Bemerkenswert hoch ist auch das Eigenkapital von 278,3 Millionen Euro, was einer Quote von 77,5 Prozent entspricht.

Jetzt wird zudem über den Einstieg eines neuen strategischen Partners spekuliert. Auf dem "Zeit"-Wirtschaftsforum in Hamburg deutete Hoeneß an, dass neben Adidas und Audi "noch jemand in gleicher Größenordnung hinzukommt". "Dann hätten wir die Allianz-Arena sofort abbezahlt". Gerüchten zufolge investiert der Versicherungskonzern Allianz rund 100 Millionen Euro in Deutschlands größten Sportverein.

Heile Welt also in München. Wirtschaftlich gesund sind auch andere Bundesligisten. Am Dienstag präsentierte Borussia Dortmund Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2012/13. Von Anfang Juli bis Ende September kletterte der Umsatz um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzernüberschuss brach indes von 4,2 Millionen auf 2,6 Millionen Euro ein, unter anderem wegen des Kaufs von Marco Reus. "Den Ergebnisrückgang sollte man nicht überinterpretieren", sagt Klaus Kraenzle, Analyst bei Silvia Quandt Research. Die Zahlen seien im Rahmen der Erwartungen.

BVB: Phoenix aus der Asche

Im Jahr 2005 stand die Borussia vor dem Bankrott, heute ist der Ruhrpott-Verein zweifacher Meister und spielt in der europäischen Königsklasse. "Dortmund schafft den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und sportlichem Erfolg", sagt Kraenzle. In drei Jahren könnte der BVB schuldenfrei sein.

Der deutsche Profifußball strotzt nur so vor Kraft, in Europa wird er nur noch von der englischen Liga übertroffen. "Die Mehrheit der Vereine in der Bundesliga steht betriebswirtschaftlich sehr solide da", sagt Stefanie Vogel von der Sport Business Gruppe des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte. Rund 57 Prozent der Clubs in der 1. und 2. Bundesliga machen Gewinne, nur jeder fünfte Verein schreibt noch rote Zahlen, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Die Vereine investieren mehr in die Nachwuchsförderung und die Tilgung der Schulden, bei den Transferausgaben sind sie vorsichtiger.

Auch die Infrastruktur ist in einem Top-Zustand. Nachdem zur Weltmeisterschaft 2006 die großen Clubs ihre Stadien modernisierten, ziehen die kleineren Vereine jetzt nach. Von der 1. bis zur 3. Liga plant jeder zweite laut Ernst & Young Baumaßnahmen.

Die Rechnung geht in den meisten Fällen auf, die Fans spielen mit. "Das Produkt Bundesliga wird extrem gut angenommen", sagt Thomas Fuggenthaler, Sportexperte bei Ernst & Young. "Die Auslastung der Stadien ist am Maximum, die Einnahmen aus dem Merchandising steigen." Besonders der sogenannte Hospitality-Bereich lässt die Kassen klingeln. In der Bundesliga sind Logen und Business-Seats weitgehend ausgebucht, vielen bleibt nur ein Platz auf der Warteliste.

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