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16.11.2012
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Norden hui, Süden pfui
Schuldenlast spaltet Europas Fußballclubs

Von Martin Hintze

Top 10: Die umsatzstärksten Fußballclubs Europas
Fotos
DPA

3. Teil: Misere in Italien

Kaum besser ist die Situation in Italien. Auch die Vereine in der Serie A profitierten unter Regierungschef Silvio Berlusconi jahrelang von Steuervorteilen. Sein Nachfolger Mario Monti will diese "staatlich subventionierten Bilanzfälschung" angesichts der Wirtschaftsmisere beenden. Sogar mit einer Aussetzung des Spielbetriebs drohte der Premierminister bereits.

Zudem wurde die Liga von Manipulationsskandalen erschüttert. Das Ergebnis: "Die Serie A kämpft seit langem mit rückläufigen Zuschauerzahlen", sagt Deloitte-Expertin Vogel. Viele Stadien verfallen. Vergeblich bewarb sich Italien für die Europameisterschaft 2016. Nur 13 Prozent der Erlöse werden durch die Spieltage erzielt. "In Deutschland und England liegt der Schnitt bei rund 23 Prozent", sagt Vogel.

Die Abschaffung der Steuervorteile und die marode Infrastruktur in Südeuropa werden mittelfristig eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse gen Norden bewirken. "In Italien und Spanien waren die großen Clubs zuletzt deutlich weniger spendierfreudig", sagt Ernst & Young-Experte Fuggenthaler. Trotzdem werden sich die Spitzenvereine auch wirtschaftlich noch an der Spitze halten können. "Der Umsatz von Barcelona und Madrid liegt deutlich höher als bei Bayern München", sagt Fuggenthaler.

Uefa will durchgreifen

Auch die Europäischen Fußball-Union (Uefa) nimmt das Problem der Überschuldung ernst. "Der Fußball ist in großer Gefahr", warnte Uefa-Präsident Michel Platini in einem Interview. "Vereine werden pleitegehen." Um das zu verhindern, führt die Uefa das sogenannte Financial Fair Play ein. Damit schreibt die Uefa den Vereinen schrittweise ausgeglichene Bilanzen vor. "Auch Geldspritzen durch ausländische Investoren sollen so verhindert werden", sagt Fuggenthaler. Greift der mächtige Verband - der fast eine Milliarde Euro an Prämien allein für die Champions League ausschüttet - durch, wird ein "Alleinflug an der Spitze erschwert", ist Marktbeobachter Fuggenthaler überzeugt.

Eine Studie der Universität Mainz kommt zu einem anderen Urteil. Die Vereine hätten einen großen Anreiz, die Regularien zu umgehen. Die spieltheoretische Analyse ergab, dass bei den großen Clubs der Anreiz für "Finanz-Doping" sogar noch erhöht wird. Die Kluft zwischen Armen und Reichen werde nicht kleiner, sondern größer.

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