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16.11.2012
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Norden hui, Süden pfui
Schuldenlast spaltet Europas Fußballclubs

Von Martin Hintze

Top 10: Die umsatzstärksten Fußballclubs Europas
Fotos
DPA

2. Teil: Pleitegeier über Spaniens Fußballclubs

Ab der kommenden Saison bekommen die Clubs zusätzlich Rückenwind vom neuen TV-Vertrag. Statt 412 Millionen Euro pro Spielzeit erlösen sie mit den Senderechten künftig 628 Millionen Euro - ein Plus von stolzen 52 Prozent. Bis 2017 sind es insgesamt 2,5 Milliarden Euro - ein "Quantensprung" so Ligapräsident Reinhard Rauball.

Im Vergleich zu anderen europäischen Vereinen sind die Einnahmen deutscher Clubs aus den Senderechten Peanuts. Der FC Barcelona erzielte in der vergangenen Saison rund 183 Millionen Euro, die Bayern kamen nur auf 30,9 Millionen Euro. Der Grund: In der spanischen Primera División vermarkten die Vereine die Senderechte in Eigenregie, ein Ausnahmefall in Europa. Die beiden Platzhirsche FC Barcelona und Real Madrid bekommen so die Hälfte vom Kuchen. Die anderen spanischen Vereine laufen dagegen regelmäßig Sturm, bislang ohne Erfolg.

Nicht nur finanziell haben Barça und die Königlichen aus der Hauptstadt den Rest der spanischen Mannschaften meilenweit abgehängt, auch sportlich geht ein Riss durch die Liga. In den vergangenen Jahren machten die beiden Spitzenclubs die Meisterschaft stets unter sich aus. Die kleineren Vereine müssen sich mit den hinteren Plätzen begnügen.

Schuldenberg lastet auf der Primera División

Schlimmer noch: Im Versuch, den Abstand zu den beiden dominierenden Clubs zu verringern, haben sie sich stark verschuldet. Ein Schuldenberg von insgesamt 3,5 Milliarden Euro - etwa das Sechsfache der 1. Bundesliga - lastet allein auf den Vereinen der Primera División, hat der Ökonom José María Gay de Liébana von der Universität Barcelona berechnet. Die Verbindlichkeiten aller spanischen Profimannschaften werden auf 5 Milliarden Euro geschätzt.

Viele Vereine sind in der Krise. Jüngstes Beispiel: Seit Anfang November ringt Deportivo La Coruna um das Überleben, nachdem das spanische Finanzamt alle Einnahmen des Erstligisten pfändete. Insgesamt mussten sich bereits mehr als ein Dutzend Proficlubs für zahlungsunfähig erklären.

Dass der spanische Fußball noch nicht kollabiert ist, liegt an der Hilfe des Staates. Sport, Politik und Wirtschaft sind eng miteinander verflochten. So haben die Vereine bei den Finanzämtern Steuerschulden von 750 Millionen Euro. "Der Staat fordert nun die Steuerschulden ein, die Vereine haben jedoch kaum finanzielle Reserven", sagt Deloitte-Expertin Vogel. Nicht selten sind auch die Sparkassen für die Vereine in die Bresche gesprungen, die nun ihrerseits durch Steuermilliarden gestützt werden mussten. Zugleich müssen die Bürger drastische Einsparungen hinnehmen, die Arbeitslosigkeit grassiert. Faire Lastenverteilung sieht anders aus.

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