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14.11.2012
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Zeitungen in Not
Was druckst du?

Von Christoph Rottwilm

Redaktionsschluss: Prominente Opfer des Zeitungssterbens
Fotos
dapd

Die Pleite der "Frankfurter Rundschau" zeigt: Das Internet und das Medienverhalten vor allem junger Leute bringen einen ganzen Wirtschaftszweig in Not. Doch Zeitungen und Zeitschriften sind keineswegs chancenlos.

Hamburg - www.zeitungssterben.de, das wäre wohl die passende Adresse. Doch darauf ist hierzulande offenbar noch niemand gekommen. Die Amerikaner sind da schon weiter. Unter newspaperdeathwatch.com wird das Aussterben der amerikanischen Druckmedien minutiös protokolliert - ebenso wie die Wiedergeburt des Journalismus, wie die Macher des Blogs spitz im Titelkopf vermerken.

Der Vorsprung kommt nicht von ungefähr. US-Zeitungen befinden sich beim Niedergang des Gewerbes weltweit in der unrühmlichen Pole-Position. Schon 2017, so prophezeit der australische Zukunftsforscher Ross Dawson, gehen im letzten US-Zeitungsverlag die Lichter aus.

Eine mutige Prognose. Doch immer mehr Anzeichen deuten in diese Richtung. Landauf landab laufen Zeitungen und Zeitschriften in den USA die Leser davon. Selbst bei angesehenen Blättern wie der mehrfach Pulitzer-Preis-gekrönten "Los Angeles Times" schmilzt die Auflage.

Mit New Orleans gibt es zudem bereits die erste Millionenmetropole, in der überhaupt keine tägliche Zeitung mehr gedruckt wird. Das örtliche Blatt "Times-Picayune", das es mit ihrer schonungslosen Berichterstattung über die Folgen von Hurrikan "Katrina" 2005 zu Weltruhm brachte, erscheint künftig nur noch dreimal in der Woche in Papierform. Zuletzt überraschte das Traditionsmagazin "Newsweek" mit der Ankündigung, in Zukunft nur noch online erscheinen zu wollen.

Warnsignale auch in Deutschland

Die Pleite der "Frankfurter Rundschau", die am gestrigen Dienstag bekannt wurde, zeigt: Auch hierzulande befinden sich die so genannten Holzmedien in Not. 16 Millionen Euro Verlust machte die Zeitung zuletzt pro Jahr. Die Auflage war seit Jahren rückläufig.

Zwar erscheint die Situation in Deutschland längst nicht so dramatisch wie etwa in den USA. Futurist Dawson etwa räumt den deutschen Zeitungen noch eine Galgenfrist bis 2030 ein. Mehr also als jenen in Großbritannien, wo seiner Ansicht nach 2019 die letzten Titel als Papierprodukt vom Markt verschwinden werden, sowie in Kanada und Norwegen (2020, in Australien (2022) und in Frankreich (2029).

Jüngste Nachrichten und Gerüchte deuten allerdings darauf hin, dass die Entwicklung auch hierzulande an Fahrt aufnimmt. Immer häufiger wird von Einschnitten und Kürzungen bei Zeitschriften und Zeitungen berichtet, oder über bevorstehende Schließungen spekuliert.

Medienberichten zufolge bereitet etwa der Verlag Gruner + Jahr eine Schrumpfkur beim Frauenmagazin "Brigitte" vor, der 10 Prozent der Beschäftigten zum Opfer fallen könnten. Auch über das Schicksal von Wirtschaftstiteln aus dem Verlag gibt es Spekulationen. Der Hamburger Jahreszeiten-Verlag gab zudem in dieser Woche das Ende des Stadtmagazins "Prinz" in seiner gedruckten Variante bekannt. Und die Pleite der Nachrichtenagentur dapd passt ebenfalls ins Bild.

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