Dienstag, 30. Juni 2015

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Ermittlungen Razzia bei EADS wegen Eurofighter-Deals

EADS-Eurofighter: Staatsanwält überprüfen Geschäfte mit Österreich

Ermittler haben Büros des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS durchsucht. Staatsanwälte haben ein Verfahren wegen Bestechungsverdacht eingeleitet: Es geht um Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Eurofighter-Kampfjets an Österreich.

München - Die Staatsanwaltschaft München I hat im Zusammenhang mit dem Verkauf von Eurofighter-Flugzeugen durch den Rüstungskonzern EADS Börsen-Chart zeigen an Österreich ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechungsverdacht eingeleitet. Im Zuge dieses Verfahrens seien am Mittwoch mehrere Objekte in Deutschland durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage. Haftbefehle seien dabei nach seiner Kenntnis nicht vollzogen werden.

Zur Zahl der Verdächtigen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Diese stünden jedenfalls unter dem Verdacht, ausländische Amtsträger bestochen zu haben.

Ein EADS-Sprecher bestätigte, dass Ermittlungen gegen den Konzern stattfinden. "Wir unterstützen die Behörden. Aufgrund des laufenden Verfahrens machen wir keine weiteren Aussagen dazu", sagte der Sprecher auf Anfrage.

Nach AFP-Informationen durchsuchten die Ermittler am Mittwoch unter anderem die drei Münchner EADS-Standorte in Ottobrunn, Hallbergmoos und Unterschleißheim.

Vor zehn Jahren hatte die damalige Regierung des österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel beim Rüstungskonzern EADS Börsen-Chart zeigen für rund zwei Milliarden Euro 18 Eurofighter bestellt. Nach einem Regierungswechsel wurde die Zahl der Flugzeuge auf 15 und der Kaufpreis damit auf rund 1,6 Milliarden Euro reduziert.

Bereits kurz nach der Bestellung der Eurofighter kam der Verdacht auf, dass es bei dem Geschäft zu Schmiergeldzahlungen gekommen sei. Deren Höhe soll Medienberichten zufolge im dreistelligen Millionenbereich liegen.

mg/dpa-afx/afp

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