Samstag, 7. März 2015

Schlag für Griechenland Cola-Tochter wechselt zur Börse London

Vorhang fällt daheim: Coca-Cola Hellenic lässt seine Aktien künftig primär in London notieren

Neuer Rückschlag für Griechenland: Das aktuell wertvollste Unternehmen der Börse in Athen kehrt dem Finanzplatz Griechenland den Rücken. Die Aktie des Getränkeabfüllers Coca Cola Hellenic soll künftig primär in London notiert sein. Griechenlands Finanzszene ist schockiert.

London/Athen - Griechenlands wertvollstes börsennotiertes Unternehmen, der Getränkeabfüller Coca Cola Hellenic, wechselt seinen Börsenplatz. Statt in Athen soll die Aktie künftig primär in London notiert sein, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Eine Verlagerung zur größten europäischen Börse spiegle den "internationalen Charakter" der Firma besser wider, die in Griechenland selbst nur 5 Prozent ihres Geschäfts mache, hieß es zur Begründung. Die Fabriken in Griechenland würden in Betrieb bleiben.

Analysten werteten den Schritt dennoch in erster Linie als schlechtes Signal für das Griechenland, das unter einer rekordhohen Arbeitslosigkeit leidet. Coca Cola Hellenic (CCH) hatte sich über höhere Steuern beschwert, die die Regierung in Athen im Zuge der Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise erließ.

"Die griechische Börse verliert ein sehr gutes Unternehmen und die London Stock Exchange gewinnt eine sehr wichtige Gruppe", sagte Analyst Manos Hatzidakis. "Das ist eine sehr schlechte Nachricht für die griechische Wirtschaft und die Börse."

Die Anteilscheine der CCH-Aktionäre würden in Papiere der Coca Cola HBC AG mit Sitz in der Schweiz getauscht, teilte der Konzern mit. Nach dem Delisting in Griechenland will das Unternehmen dann über eine Sekundär-Notierung an die Athener Börse zurückkehren.

Der US-Limonadenkonzern Coca-Cola ist mit 23 Prozent an CCH beteiligt. Im vergangenen Jahr erzielte Coca Cola Hellenic einen Nettogewinn von 330 Millionen Euro bei Umsätzen von 6,85 Milliarden Euro. Es füllt Cola und andere Getränke in weltweit 28 Ländern ab. Etwa 95 Prozent des Geschäfts werden im Ausland gemacht, wo auch die meisten CCH-Aktionäre sitzen.

Der Konzern wurde zum größten griechischen Unternehmen gemessen am Marktwert, nachdem der Wert der griechischen Banken im Zuge der Schuldenkrise einbrach. Am Donnerstag tendierte die Aktie in Athen fast zehn Prozent im Minus bei 14,85 Euro. Analysten erklärten dies mit dem niedrigen Bar-Preis, den das Unternehmen mit 13,58 Euro je Papier jenen Aktionären bietet, die ihre Anteile nicht in Schweizer Papiere umtauschen wollen.

kst/rtr

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