Montag, 24. September 2018

Biermarkt Aufschäumender Brauereikampf in Asien 

Deutsche Brauer in Asien: Trotziges Nischenleben im Riesenmarkt
DPA

Der Biermarkt im fernen Osten boomt. Die großen internationalen Konzerne kämpfen erbittert um die Vormachtstellung. Deutsche Brauereien müssen dagegen ihr Glück in der Nische suchen: Ein Besuch im Old German Beer House in Bangkok.

Bangkok - Die Brauerei Warsteiner ist stolz auf ihr weiches Wasser, das aus der hauseigenen Kaiserquelle sprudelt. Auf die Grundzutat ihres Biere könnte das Unternehmen künftig jedoch verzichten, wenn es um die Expansion auf dem Wachstumsmarkt Asien geht.

Um die Geschäfte mehrere Tausend Kilometer fernab des sauerländischen Firmensitzes anzukurbeln, erwägt Warsteiner, sein Bier künftig vor Ort brauen zu lassen. Dafür suche das Unternehmen nach möglichen Partnern in China und Vietnam, sagt der Leiter des Exportgeschäfts von Warsteiner, Tim Tendick, zu manager magazin online. "Aufgrund der Popularität deutscher Biere ist der Markt für uns sehr interessant."

Auf keinem anderen Kontinent wird mehr Bier getrunken als in Asien: 69 Milliarden Liter waren es laut dem Marktforschungsunternehmen Euromonitor im vergangenen Jahr - in Europa wurden hingegen nur 51 Milliarden Liter Bier konsumiert. Bis 2016 werden die Asiaten laut Studie Jahr für Jahr um 4,8 Prozent mehr Bier trinken. "Während der Bierdurst in Europa und den USA bestenfalls stagniert, steigt die Nachfrage nach dem Getränk in Asien enorm", sagt Justin Harper, Analyst bei IG Markets in Singapur.

Wie Autos gelten deutsche Biere als qualitativ absolut hochwertig. Doch im Gegensatz zu Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Audi Börsen-Chart zeigen haben es die deutschen Brauer nicht geschafft, ihre Popularität zu Geld zu machen. Jetzt versuchen die Unternehmen zumindest in der Nische vom Wachstumsmarkt zu profitieren. Eine schwierige Mission: "Der asiatische Biermarkt ist weitgehend verteilt. Für deutsche Brauereien bleiben, wenn überhaupt, nur noch kleine Stücke", sagt Stephan Barth, geschäftsführender Gesellschafter des weltweit größten Hopfenlieferanten Joh. Barth & Sohn.

Asiatischer Bierkrieg ist in vollem Gang

Dominiert wird der Markt von internationalen Brauereikonzernen, die derzeit verbittert um die Vorherrschaft kämpfen: In den vergangenen zwei Monaten versuchte der niederländische Konzern Heineken Börsen-Chart zeigen, sich die Kontrolle über die asiatische Großbrauerei Asia Pacific Brewery (APB) zu sichern. Mit der Zustimmung der Aktionäre des Unternehmenskonglomerats F&N, ihre APB-Anteile zu verkaufen, ist Heineken mittlerweile am Ziel. Der Deal war dem Unternehmen 4,6 Milliarden US-Dollar wert.

Der Bierkrieg in Asien - im Old German Beer House in Bangkok ist er weit weg. Wer in der Millionenstadt Durst nach deutschem Bier hat, findet es hier. Auch Warsteiner gibt es hier zu kaufen. Beliefert wird das Restaurant von Hubert Kessing, einem Geschäftsmann aus Deutschland.

Er hat schon früh erkannt, dass sich mit deutschen Markenbieren auch in Asien gute Geschäfte machen lassen. Vor 23 Jahren hat er in Thailand mit dem Vertrieb begonnen. Einen Container mit Warsteiner und Erdinger ließ er sich damals pro Jahr schicken. Mittlerweile kommen rund 30 Container mit unterschiedlichsten Marken jedes Jahr im Hafen von Bangkok für ihn an.

Wie fast jeden Mittwochabend sitzt Kessing in dem Old German Beer House mit Freunden gemeinsam beim Skat. Davor hat er sich noch kurz ums Geschäft gekümmert. Ob der Restaurantbesitzer die von Erdinger geschickten Speisekarten benötige, wollte er wissen. Und ob er nun 60 oder 90 Biergläser für die Veranstaltung am Abend vorbeibringen solle. Kessings Unternehmen Beer Company ist zwar der größte Importeur von deutschem Bier in Thailand - Big Business ist das Geschäft aber nicht.

Kessing hat sein Glück in der Nische gefunden und vertreibt deutsches Bier als absolute Premiummarke. Er versucht dafür auch neue Kundenschichten zu begeistern: "Wenn ich nur Touristen als Zielgruppe habe, ist das Geschäft nicht konstant. Also habe ich auch um Thais als Kunden geworben." Kessing tingelte thailändische Restaurants und Kneipen ab und ließ deren Besitzer deutsches Bier probieren. Mit Erfolg: Rund die Hälfte seines importierten Bieres geht mittlerweile an Thailänder.

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