Donnerstag, 15. November 2018

Getreidehandel Baywa kauft zu und rückt in die Weltliga auf

Getreidesilo von Baywa: Unternehmen kauft erheblich zu

Europas größter Agrarhändler Baywa wird durch zwei Übernahmen zum Global Player. Mit dem Kauf der Getreidehändler Cefetra in Rotterdam und Bohnhorst im niedersächsischen Steimbke wächst der Baywa-Umsatz mit einem Schlag von 9,6 auf gut 15 Milliarden Euro.

München - Europas größter Agrarhändler Baywa will durch zwei Großübernahmen künftig ganz oben mitspielen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, kauft es für 125 Millionen Euro den Getreidehändler Cefetra. Für weitere 36 Millionen erwirbt Baywa 60 Prozent an dem Konkurrenten Bohnhorst. Durch die beiden Zukäufe wird sich der Umsatz von Baywa nach eigenen Angaben von zuletzt 9,6 Milliarden Euro auf mindestens 15 Milliarden Euro erhöhen. Die Kartellbehörden müssen die Zukäufe noch genehmigen.

"Die beiden Akquisitionen sind für die Baywa das Eintrittstor zu den heutigen und zukünftigen Getreidemärkten aller Kontinente", sagte Baywa-Chef Klaus Josef Lutz. "Das ist ein historischer Tag für unser Unternehmen."

Der Kaufpreis von zusammen 161 Millionen Euro werde komplett aus Eigenmitteln finanziert: Die Baywa AG werde dazu Immobilien verkaufen. Die Kartellbehörden müssen die Zukäufe noch genehmigen.

Cefetra hat im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro umgesetzt. Das Unternehmen kauft vor allem Getreide und Soja in Amerika, hat eigene Hafen- und Lagerstandorte und verkauft die Produkte an die Futtermittelindustrie in Westeuropa. Die Baywa übernimmt Cefetra von drei holländischen Genossenschaften zum Kaufpreis von 125 Millionen Euro. Am niedersächsischen Getreidehändler Bohnhorst, der über eigene Ostseehäfen Zugang zu den osteuropäischen Märkten hat, übernimmt die Baywa 60 Prozent der Anteile zum Kaufpreis von 36 Millionen Euro.

Die Baywa sei Gefahr gelaufen, beim Getreidehandel zum Nischenanbieter in Deutschland und Österreich zu werden, sagte Lutz. Sie kaufe vor allem von Bauern und verkaufe an inländische Mühlen und Futtermittelproduzenten. Mit den Übernahme steige ihr Getreidehandel von 5,6 auf fast 30 Millionen Tonnen, und sie werde "auch in diesem Bereich zum internationalen Handelsunternehmen", sagte Lutz. Die Baywa AG gehört zu 60 Prozent den Raiffeisen-Genossenschaften, der Rest ist in Streubesitz.

kst/dpa-afx

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