Sonntag, 16. Dezember 2018

Klinikkonzern Rhön-Vorstände werfen das Handtuch

Eigene Zukäufe statt Fusion: Rhön-Klinikum in Bad Neustadt an der Saale

Nach der gescheiterten Fusion mit Helios verlassen Vorstandschef Wolfgang Pföhler und Finanzvorstand Erik Hamann Rhön-Klinikum. Gründer Eugen Münch zieht die Zügel an und setzt auf eigene Zukäufe. Neuer Vorstand wird der als Boni-Kläger bekannte Ex-Dresdner-Banker Jens-Peter Neumann.

Bad Neustadt an der Saale - Der Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum kommt nach der gescheiterten Übernahme durch den Medizinkonzern Fresenius nicht zur Ruhe. Vorstandschef Wolfgang Pföhler und Finanzvorstand Erik Hamann werden den MDax-Konzern verlassen, teilte die Rhön-Klinikum AG am Donnerstag mit. Der Aufsichtsrat habe damit vor dem Hintergrund der künftigen strategischen Neuausrichtung wichtige personelle Entscheidungen getroffen.

Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch - der mit 12,5 Prozent auch größter Einzelaktionär ist - habe den Vorstand wieder etwas enger an sich binden und Handlungsfähigkeit demonstrieren wollen, verlautete am Freitag aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. Die gescheiterte Übernahme und die darauf folgenden Veränderungen im Aktionärskreis haben nach Aussagen von Insidern in den vergangenen Wochen und Monaten zu erheblichen Verstimmungen zwischen Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates geführt.

Rhön-Klinikum Börsen-Chart zeigen will nun wieder selbst zukaufen. Dabei nimmt Deutschlands zweitgrößter Krankenhausbetreiber bei der Konsolidierung des milliardenschweren Klinikmarktes Übernahmeziele ins Visier. "Wir befinden uns derzeit mit einer guten Handvoll Krankenhausträgern in Gesprächen", sagte Vorstandsmitglied Volker Feldkamp am Freitag.

Es liefen in verschiedenen Bundesländern Gespräche über Verkäufe von Krankenhäusern, die unterschiedlich weit gediehen seien. Die Mittel für Zukäufe seien vorhanden. Die Integration der im Frühjahr für 300 Millionen Euro zu 49 Prozent gekauften Wiesbadener Horst Schmidt Kliniken mache Fortschritte, berichteten die Geschäftsführer André Eydt und Parwis Fotuhi. Im Sommer 2013 solle die Gewinnschwelle erreicht werden, fünf bis sechs Jahre später eine zweistellige operative Marge (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen).

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