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25.09.2012
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Bittere Krisenfolgen
"Es geht um Verantwortung für das Ganze"

Von Christoph Neßhöver

Miele-Gesellschafter Reinhard Zinkann: "Verständnis für ein Steuersystem, in dem ich selbst etwas mehr bezahlen müsste"

Miele-Gesellschafter Reinhard Zinkann: "Verständnis für ein Steuersystem, in dem ich selbst etwas mehr bezahlen müsste"

Fünf Jahre Dauerkrise hinterlassen Spuren in den westlichen Gesellschaften. Selbst in immer reicheren Staaten haben immer mehr Menschen Angst, in Armut zu verfallen. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter bei Miele, über die Folgen der Krise.

mm: Wie steht es nach vier Jahren Dauerkrise um die Marktwirtschaft?

Reinhard Zinkann: Ich glaube, dass wir in einer tiefen Vertrauenskrise stecken. Das führt zu einem anderen Denken. Manche traditionellen Werte gewinnen wieder an Ansehen.

mm: Werte wie Stabilität und Qualität, die Miele seit Jahrzehnten vertritt?

Reinhard Zinkann: Ja, zum Beispiel. Wir haben unser Markenversprechen nie verändert. Das ist eine Stärke, die uns in einer solchen Zeit entgegenkommt. Es gibt ein altes Werbeplakat unseres Hauses aus den 20er Jahren: "Es bricht sich Bahn nur das, was gut. Beim Einkauf sollst du daran denken: Vor Billigkeit sei auf der Hut. Es kann Dir niemand etwas schenken!"

mm: Miele profitiert also von der Vertrauenskrise, gerade weil Miele-Geräte oft besonders teuer sind?

Reinhard Zinkann: Nein, sondern weil unsere Geräte besonders verlässlich und wertbeständig sind. In der Krise suchen die Menschen nach Ankerpunkten, nach Werten, bei denen sie das Gefühl haben: Hier bin ich sicher. Viele investieren verstärkt in Produkte, denen sie vertrauen, die ihnen für viele Jahre Sicherheit bieten. Deswegen tritt der Preis in den Hintergrund, und der Wert von Vertrauen steigt.

mm: Die "Geiz-ist-geil"-Mentalität ist auf dem Rückzug?

Reinhard Zinkann: Sie ebbt ab. Wer sich um die Zukunft sorgt, Stichwort Schuldenkrise, Demografie oder Klimawandel, überdenkt sein Kaufverhalten. Wer in Qualität und Nachhaltigkeit investiert, fühlt sich besser. Jeder kann im Kleinen daran mitwirken, das System zu verbessern, es ein Stückchen nachhaltiger machen - etwa mit unseren neuen Wäschetrocknern und Geschirrspülern, die von der Sonne beheizt werden.

mm: Jetzt ist also der Moment, ihre Marktanteile aggressiv auszubauen?

Reinhard Zinkann: Unser Grundsatz lautet: Das Unternehmen soll wachsen, aber nur so schnell wie das Eigenkapital, also ohne Bankkredite. Aggressiv zu wachsen, passt ebensowenig zu Miele wie Wachstum auf Pump.

mm: Sie fahren also lieber mit angezogener Handbremse.

Reinhard Zinkann: Nicht mit angezogener Handbremse, sondern, um im Bild zu bleiben, auf kontinuierlichem Kurs. In den meisten Ländern haben wir noch lange nicht den Marktanteil wie etwa in Deutschland und unseren Nachbarländern, in denen wir seit Generationen tätig sind. Es gibt also noch viel Potenzial, das wir mit Augenmaß heben werden. Dazu gehört auch, dass wir unsere Werte im Blick behalten.

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Heft 10/2012

Management
Die Dauerkrise sorgt für Veränderungen. Lesen Sie mehr im Heft ab Seite 82.










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