Dienstag, 23. Oktober 2018

Post erhöht Prognose Asien macht Appel mutig

Zukunft Asien: Post-Chef Appel eröffnete erst kürzlich am internationalen Flughafen Pudong in Shanghai den größten Umschlagplatz in Asien

Die Geschäfte in Asien laufen gut, und auch vom florierenden Internethandel profitiert die Deutsche Post. Konzernchef Frank Appel hebt nach einem guten zweiten Quartal die Jahresprognose an.

Düsseldorf - Die Deutsche Post Börsen-Chart zeigen hat angesichts florierender Geschäfte in Asien ihre Gewinnprognose für 2012 abgehoben. Den Umsatz konnte der Konzern im zweiten Quartal deutlich steigern. Die Folgen eines langen Steuerstreits mit dem Fiskus drückten den Gewinn der Deutschen Post zudem weniger als von Analysten befürchtet.

"Unsere Geschäfte laufen weiterhin erfreulich", betonte Konzernchef Frank Appel. Die Entwicklung sei sogar besser als ursprünglich angenommen, ergänzte Finanzchef Larry Rosen.

Der Bonner Konzern mit seinem weltumspannenden Express- und Logistiknetz bekommt noch keine Abkühlung des Welthandels zu spüren und konnte den Umsatz im zweiten Quartal um 7,3 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro erhöhen.

Der operative Gewinn (Ebit) sank auf 543 (Vorjahr: 562) Millionen Euro. Der Überschuss nach Anteilen Dritter schrumpfte auf 201 (278) Millionen Euro. Die Post übertraf damit die Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 13,312 Milliarden Euro, einen operativen Gewinn von 393 Millionen Euro und einen Überschuss von 91,3 Millionen Euro erwartet.

Seine Prognose hob Konzernchef Appel an: Die Post rechnet für dieses Jahr nun mit einen Anstieg des Ebit auf 2,6 bis 2,7 (Vorjahr: 2,4) Milliarden Euro. Zuvor hatte die Post mit 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro gerechnet. Vor allem die Logistik- und Expressbereiche des Konzerns um die Sparte DHL sollen zulegen. Sie profitieren auch vom florierenden Internethandel - die Kunden bestellen ihre Waren im Netz, die Post bringt sie dann zu den Verbrauchern.

Das klassische Briefgeschäft soll zum Jahresende einen operativen Ertrag von einer bis 1,1 Milliarden Euro einfahren.

Steuerstreit belastet - aber auch positive Effekte

Belastet wurde der Gewinn der Post durch einen Steuerstreit mit den Finanzämtern. Die Post hatte bereits Anfang Juni erklärt, dass der Konzern nach langen Debatten mit den Finanzämtern um Umsatzsteuerzahlungen mehr als eine halbe Milliarde Euro an den Fiskus überweisen muss. Für das zweite Quartal hatte die Post die Belastungen für das Ebit mit 180 Millionen Euro beziffert, beim Überschuss waren es 265 Millionen Euro.

Die Post konnte im Quartal aber auch positive Einmaleffekte verbuchen: Der Konzern löste Rückstellungen auf, die er 2008 für die Restrukturierung seines in der Vergangenheit hoch defizitären US-Geschäfts gebildet hatte. Zudem schlugen auch Erlöse aus dem Verkauf kleinerer Aktivitäten positiv zu Buche, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören.

Die Quartalszahlen der Post können sich im Vergleich mit der Konkurrenz sehen lassen: Wettbewerber FedEx Börsen-Chart zeigen hatte zuletzt einen leichten Gewinnrückgang vermeldet und prüft nun ein umfangreiches Sparprogramm. Der weltweit größte Paketdienst UPS Börsen-Chart zeigen schraubte im Juli sogar die Gewinnprognose nach unten. Hintergrund sei die unsichere Wirtschaftslage.

rei/rtr

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