Dienstag, 17. Juli 2018

Flughafen Frankfurt Lärmopfer planen Schallattacke auf Fraport-Chef

Rücken dem Fraport-Chef persönlich auf die Pelle: Fluglärmgegner in Frankfurt am Main

Einen ruhigen Samstagvormittag daheim kann sich Fraport-Chef Stefan Schulte am kommenden Wochenende abschminken. Gegner der neuen Frankfurter Landebahn wollen sein Haus in Bad Homburg mit Fluglärm beschallen - live und in voller Lautstärke.

Hamburg - Eigentlich sollte die Aktion 18 Stunden lang dauern, doch das erschien der Bad Homburger Ordnungsbehörde dann doch zu viel. Nun beschallen Fluglärmgegner aus Frankfurt und Umgebung das Haus von Fraport-Chef Stefan Schulte in Bad Homburg "nur" zwischen 10 und 11 Uhr. Alles andere sei unverhältnismäßig, erfuhr manager magazin aus dem Bad Homburger Rathaus.

Mit der Aktion wollen die vom Turbinengetöse Geplagten auf ihre Lage aufmerksam machen, die sie selbst als unerträglich bezeichnen. Seitdem die neue Nordwest-Landebahn im vergangenen Herbst eröffnet wurde, leiden viele Bewohner der südlichen Frankfurter Stadtteile und angrenzender Gemeinden unter dem Lärm und sehen den Wert ihrer Immobilien gemindert.

Mit dem Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr, wie es das Bundesverwaltungsgericht bestätigt hat, geben sich die Lärmopfer nicht zufrieden. Sie fordern nicht weniger als Stilllegung und Rückbau der Piste, die die Kapazität des Flughafens erhöht hat und vor allem dem Frachtverkehr neue Möglichkeiten bietet.

Vor zwei Wochen hatten die Lärmgepeinigten bereits den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten und heutigen Bilfinger-Berger-Chef Roland Koch heimgesucht. Bei ihren Aktionen nehmen sie den Schall im Büro des Aktivisten Johannes Faupel auf und übertragen ihn per Internet auf die Lautsprecheranlage am Ort der Demonstration. Die Lautstärke erreicht dabei bis zu 85 Dezibel und übertrifft damit die Emissionen eines Presslufthammers.

nis

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH