Mittwoch, 14. November 2018

Berkshire Hathaway Warren Buffett hat Krebs

Starinvestor Warren Buffett: ""Die Therapie wird mich bei Reisen einschränken, aber meinen sonstigen Tagesablauf in keiner Weise ändern"

US-Investorenlegende Warren Buffett ist an Prostatakrebs erkrankt. Da der Krebs frühzeitig erkannt wurde, sind die Chancen auf eine baldige Genesung hoch. Buffett selbst wirft die Nachricht augenscheinlich kaum aus der Bahn: Der 81-Jährige will so weiterarbeiten wie bisher.

Omaha - Warren Buffett hat Prostatakrebs in einem frühen Stadium. "Die gute Nachricht ist, dass meine Ärzte mir gesagt haben, dass mein Zustand keineswegs lebensbedrohlich ist", schreibt der Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway in einem Brief an seine Anteilseigner. "Die Untersuchungen haben keinen Anhaltspunkt dafür geliefert, dass sich der Krebs irgendwo sonst in meinem Körper ausgebreitet hat."

Buffett versicherte: "Ich fühle mich großartig, als ob ich gesund wäre." Der Krebs sei bei einer Vorsorgeuntersuchung aufgefallen. Er wird nun Mitte Juli eine Strahlentherapie beginnen, die zwei Monate dauern soll. "Die Therapie wird mich bei Reisen einschränken, aber meinen sonstigen Tagesablauf in keiner Weise ändern", schreibt der 81-Jährige, der bei seinen Auftritten bis zuletzt immer topfit wirkte und keinerlei Anstalten machte, in Ruhestand zu gehen.

Buffett selbst weiß bereits seit einer Woche, dass er krank ist. "Ich habe meine Diagnose am vergangenen Mittwoch erhalten." Seitdem musste Buffett eine Reihe an Untersuchungen über sich ergeben lassen. Wie seine langjährige enge Weggefährtin, die Journalistin Carol Loomis, auf der Website des Magazins "Fortune" schrieb, hat Buffett die Woche ganz normal verbracht und sich nichts anmerken lassen.

Berkshire-Aktie gibt leicht nach

Buffett gilt mit einem vom Magazin "Forbes" geschätzten privaten Vermögen von 44 Milliarden Dollar als der drittreichste Mensch der Welt. Sein Riecher fürs Geldverdienen hatte ihm den Spitznamen "Orakel von Omaha" eingebracht. Seine zahlreichen Fans in aller Welt schätzen aber vor allem, dass der erfolgreiche Investor bodenständig geblieben ist. Sein Lebensstil gilt als bescheiden, seine einzigen Laster sind Cola und Steaks.

Warren Buffett steht seit einem halben Jahrhundert an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat aus dem unbedeutenden Textilhersteller eines der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. An der Börse ist die Holding rund 200 Milliarden Dollar schwer - mehr als doppelt so viel wie Deutschlands teuerster börsennotierter Konzern Siemens . Die Berkshire-Aktie gab nach der Meldung nachbörslich leicht nach.

Buffett hatte erst jüngst die Nachfolge in seinem Firmenimperium geregelt. Es ist allerdings noch geheim, wer ihn einmal auf dem Chefsessel beerben soll. Der Name liegt unter Verschluss beim Verwaltungsrat. Nicht einmal der Kandidat selbst weiß von seiner Wahl. Buffett hat nur verraten, dass er seinen Nachfolger aus den Managern seiner zahlreichen Tochterfirmen ausgewählt hat.

Zu Berkshire Hathaway gehören Aktienpakete an Großkonzernen wie Coca-Cola oder IBM und darüber hinaus rund 80 eigene Tochtergesellschaften von Versicherungen bis zu einer Fast-Food-Kette. Buffett und sein 88-jähriger Geschäftspartner Charlie Munger hatten bis zuletzt keinerlei Anstalten gemacht, das Ruder aus der Hand zu geben. Das rüstige Gespann wird nach derzeitigem Stand wie immer im Mai die Aktionäre auf der jährlichen Hauptversammlung in Omaha begrüßen.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH