Montag, 28. Mai 2018

Marktanteil vergrößert Privatbahnen setzen DB unter Druck

Verkehr nimmt zu: Auf den Schienen fahren zunehmend private Güterbahnen

Die privaten Güterbahnen haben ihren Marktanteil 2011 weiter ausgebaut. Im laufenden Jahr wollen die Firmen noch schneller wachsen. Ihr Cheflobbyist beklagt sich dennoch über fortgesetzte Schikanen durch die Deutsche Bahn.

Hamburg - Im Personenfernverkehr erfreut sich die Deutsche Bahn eines Beinahe-Monopols, im Güterverkehr gerät sie dagegen weiter unter Druck. Die private Konkurrenz hat ihren Marktanteil im vergangenen Jahr von 25 Prozent auf den Rekordwert von etwa 27 Prozent ausgebaut, sagte der Geschäftsführer des Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, Alexander Kirfel, gegenüber manager magazin online. Das Netzwerk vertritt Unternehmen wie die Mittelweserbahn oder die Rhein-Sieg-Eisenbahn.

Im laufenden Jahr rechnet Kirfel mit einer weiteren Belebung des Geschäfts. Der Marktanteil solle auf 30 Prozent steigen. Im Jahr 2000 lag der Wert seinen Worten zufolge noch bei 1,9 Prozent.

Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes sehen sich trotz ihres wachsenden Erfolges weiter im Wettbewerb behindert. "Die DB Netz AG baut die Netze nicht nach den Bedürfnissen ihrer Kunden aus", sagte Kirfel. Dazu zähle die Beseitigung von Engpässen, wobei es häufig nur um den Bau weniger Streckenkilometer gehe.

Allein in Nordrhein-Westfalen gebe es 24 neuralgische Punkte. Angesichts des wachsenden Verkehrs auf der Schiene erwarten die Privatbahnen immer mehr kritische Situationen, vor allem auf der viel befahrenen Strecke Genua-Rotterdam. "Wir steuern auf eine Katastrophe zu."

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