Dienstag, 28. März 2017

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Nachtflugdebatte Luftfrachtbranche muss umsteuern

Hochfliegende Pläne: Der Ausbau deutscher Flughäfen
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dapd

Anfang April wird das Bundesverwaltungsgericht über ein mögliches Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen entscheiden, dem wichtigsten Drehkreuz der hiesigen Luftfrachtbranche. Das hätte Signalwirkung für ganz Deutschland - und würde die Branche vor Probleme stellen.

Hamburg - Leiser soll es werden rund um Deutschlands Flughäfen, fordert die Bundesvereinigung gegen Fluglärm - und das schon seit der Gründung im Jahr 1967. Seitdem besonders im Fokus: Flüge in der Nacht, die Anwohner um den Schlaf bringen.

Nun, so scheint es, steht ein großer Erfolg im Kampf gegen den Lärm bevor: Am 4. April wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Nachtflüge am Frankfurter Flughafen entscheiden, dem wichtigsten deutschen Frachtflughafen. Und es sieht nicht gut aus für die Befürworter der Nachtflüge.

Nach Medienberichten könnte das Gericht rigoros urteilen: Keine Flüge zwischen 23 und 5 Uhr, und weniger Flugbewegungen in den sogenannten Nachtrandstunden von 22 und 23 Uhr und zwischen 5 und 6 Uhr. Damit würden die Richter noch deutlich über das erstinstanzliche Nachtflugurteil vom Oktober 2011 hinausgehen - und schon das sorgte für blankes Entsetzen in der Branche. Und bei den Beschäftigten auf dem Flughafen.

Der Luftfrachttransport hat stark zugenommen

"Die Gefahr, dass Frankfurt die Position als bestes und attraktivstes europäisches Frachtdrehkreuz verliert, ist real", sagt Lufthansa Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt. Ein möglicherweise dauerhaftes Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen sei die größte Herausforderung für das Unternehmen.

Eine solche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts wäre "ein wichtiger Etappensieg", sagt dagegen Dirk Treber, Sprecher der Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Lange habe das Thema Lärmbelästigung keine Rolle gespielt. "Das ist nun anders", sagt Treber.

Tatsächlich hat der Luftfrachttransport in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wuchs der Luftfrachttransport zwischen 2001 und 2010 um über 80 Prozent. 2010 übertraf die beförderte Menge erstmals die Marke von vier Millionen Tonnen, Luftpost mitgezählt. Wichtigstes Ziel der Maschinen: Asien. In den vergangenne zehn Jahren hat der Transport von Waren mit diesem Ziel um über 145 Prozent zugenommen. Zuletzt hatten die Airlines allerdings mit Nachfragerückgängen in China und Indien zu kämpfen.

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