Sonntag, 5. Juli 2015

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Verlagerung nach Toulouse EADS-Sitz in München soll eingestampft werden

Von den Plänen des designierten EADS-Chefs Enders wären rund 400 Mitarbeiter betroffen

Ende Mai wird der deutsche Manager Thomas Enders die Führung von EADS übernehmen. Doch schon jetzt sorgt er mit Standortplänen für Wirbel in Deutschland: So plant der designierte Chef offenbar, den Münchener Verwaltungssitz ins französische Toulouse zu verlegen.

München - Der designierte Chef des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns EADS will die Zentrale laut einem Zeitungsbericht künftig in Toulouse zusammenführen. Thomas Enders kündigte bei einem internen Führungskräftetreffen die Verlagerung der bisherigen Verwaltungssitze in München und Paris an, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Davon wären laut Branchenkreisen rund 400 Mitarbeiter betroffen. Die interne Zusammenarbeit aller Abteilungen solle durch den Schritt verbessert werden. In Toulouse ist die EADS-Tochter Airbus ansässig. Ein Sprecher von EADS Börsen-Chart zeigen sagte am Freitagvormittag, "in internen Meetings gemachte Aussagen kommentieren wir nicht in der Öffentlichkeit". Vor Enders Amtsantritt am 1. Juni werde es dazu auch keine Stellungnahmen geben.

In München formiert sich indes der Widerstand. "Sollte Herr Enders solche Pläne wirklich umsetzen, wäre das ein schwerer Schlag für den Technologiestandort Bayern", sagte Landeswirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) dem Blatt. Noch vor wenigen Tagen habe das Unternehmen zugesichert, der Standort in Ottobrunn bei München sei sicher und werde weiter ausgebaut.

Ein völliges Aus für die beiden bisherigen Standorte stehe nicht an, sie verlören aber deutlich an Bedeutung, schreibt die Zeitung. Die Doppelzentrale ist Teil der Balancestrategie zwischen Deutschland und Frankreich.

mg/dpa-afx

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