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08.12.2011
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AWD-Gründer
Maschmeyer verlässt Swiss Life

Maschmeyers Reich: Bestens vernetzt und milliardenschwer
Fotos
DPA

Drei Jahre nach dem Verkauf seines Finanzmaklers AWD an Swiss Life zieht sich Gründer Carsten Maschmeyer überraschend aus dem Schweizer Konzern zurück. Der bisher größte Einzelaktionär gibt seinen Sitz im Verwaltungsrat auf und verkauft zudem einen Großteil seiner Aktien.

Zürich - Carsten Maschmeyer trete mit sofortiger Wirkung aus dem Verwaltungsrat zurück und reduziere sein Aktienpaket von 5,05 auf unter 3 Prozent, teilte Swiss Life mit. Maschmeyer werde 700.000 Aktien verkaufen, sagte ein Sprecher des schweizerischen Lebensversicherers.

Die Transaktion sei noch nicht vollzogen worden. Die Anteile würden nicht über den Markt verkauft. Zuletzt hielt Maschmeyer offiziellen Angaben zufolge 1,62 Millionen Swiss-Life-Anteile, das entspricht einem Wert von 125 Millionen Euro.

Der Gründer des Finanzvertriebs AWD, den er 2008 an Swiss Life Chart zeigenverkauft hatte, sagte zur Begründung: "Ich möchte mit diesem Entschluss den unberechtigten Angriffen auf meine Person und auf AWD den Boden entziehen." Und weiter: "Mit der Mandatsniederlegung und dem Anteilsverkauf sind die falschen Unterstellungen, ich würde operativen Einfluss auf den AWD nehmen, absolut gegenstandslos."

Zugleich sei er davon überzeugt, mit diesen Schritten zu einer Versachlichung in der öffentlichen Darstellung beizutragen und den Fokus "wieder ungetrübt auf die Stärken des AWD zu lenken." Denn das "Best-Select-Modell" des AWD und die Zukunftsaussichten der Swiss-Life-Gruppe seien "exzellent". Swiss Life nehme die Entscheidung Maschmeyers "mit großem Respekt Kenntnis", erklärte Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig.

AWD wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen

Der ehemalige AWD-Besitzer war in den vergangenen Woche wegen behaupteter Betrugsfälle bei AWD ins Gerede gekommen. So hatte der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) Maschmeyer und 19 AWD-Manager bereits im April dem Magazin "Stern" zufolge wegen gewerbsmäßigen Betrugs angezeigt. Der VKI wirft dem AWD demnach vor, tausenden Kunden in Österreich gezielt und systematisch riskante Anlagen mit falschen Versprechungen verkauft zu haben, um selbst hohe Provisionen einzustreichen.

"Maschmeyer zieht einen Schlussstrich unter das Kapitel AWD", sagte ein Insider. Der Multi-Millionär wolle sich voll auf seine anderen Investments konzentrieren. Er war unter anderem beim Fahrradhersteller Mifa eingestiegen. Es gebe keine Unstimmigkeiten mit Swiss Life. Maschmeyer sei aber unzufrieden mit der Art und Weise, wie AWD die jüngsten Rechtsstreitigkeiten handhabe.

Swiss Life hatte AWD für 1,2 Milliarden Euro gekauft und kämpft seither damit, die Geschäfte seiner von der Finanzkrise stark getroffenen Tochter wieder in Schwung zu bringen. Der Konzern hat die Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten kürzlich erhöht.

mg/dpa-afx/rtr

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Langer Schatten
Die Vergangenheit macht dem AWD erneut zu schaffen

  • Verkauft
    Der AWD, attestieren Verbraucherschützer, ist heute ein Finanzvertrieb wie jeder andere. Das war mal anders. Als der Konzern vor gut zehn Jahren an die Börse ging, schien der AWD-Truppe fast jedes Mittel recht, um ihre Provisionen in die Höhe zu treiben. Besonders gern verkauften sie geschlossene Fonds, die den Vermittlern hohe Kickbacks bescherten.
  • Verklagt
    Diese Vergangenheit holt die Vertriebler jetzt erneut ein. Die Hamburger Kanzlei Thiel & Collegen hat bereits für 600 einstige AWD-Kunden Klage eingereicht. Anwalt Rolf Thiel, ein früherer Aufsichtsrat des später vom AWD übernommenen Finanzvertriebs Tecis, glaubt beweisen zu können, dass der AWD bei einigen Vehikeln, darunter die verlustträchtigen IMF Medienfonds und die Falk-Immobilienfonds, mehr als 15 Prozent Provision kassierte.

    Wenn der Berater nicht auf die Gebühr hingewiesen habe, könne der Verkauf rückabgewickelt werden, sagt Thiel. Der AWD weist die Vorwürfe als "unwahr" zurück; man sei bereits gegen Thiels Behauptungen vorgegangen und werde dies auch weiter tun.

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