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17.11.2011
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Arbeitskultur
Wenn die Otto-Gruppe ins Betahaus zieht

Von Eva Buchhorn

Coworking Spaces: Wo Konzerne Kreative treffen
Fotos

Letzter Hafen für mittellose kreative Einzelkämpfer oder Keimzelle einer neuen Arbeitskultur? Betreiber so genannter "Coworking Spaces" melden Zulauf. Auch Großunternehmen mieten Schreibtische in den Gemeinschaftsbüros: Sie wollen ihren Talenten eine Alternative zur muffigen Konzernzentrale bieten.

Berlin/Hamburg - Das schwarzgefärbte Kurzhaar punkig gen Himmel geleimt, die Schuhe spitz wie einst bei den Leningrad Cowboys. Unverkennbar ein junger Finne, der da gerade das Rednerpult erklimmt. In vernuscheltem Englisch erläutert Juho Hyytiäinen aus Helsinki, wie sich die Nordländer das Arbeiten in Gemeinschaftsbüros vorstellen.

Vor Hyytiäinen die übliche Szenerie, die erkennen lässt, dass hier Angehörige der "Generation Y" zusammenhocken: Menschen in Kapuzenpullis und mit iPod-Knöpfen im Ohr, meist zwischen Anfang 20 und Mitte 30, bearbeiten ihre Laptops. Nur sitzen sie diesmal nicht in einem Cafe in Berlin-Mitte, sondern auf grauem Konferenzgestühl im beschaulichen Wilmersdorf.

Polen, Franzosen, Spanier, Amerikaner und Chinesen sind nach Berlin gekommen, um das Potential so genannter "Coworking Spaces" auszuloten.

Austragungsort der Konferenz ist ein Hochhaus an der Bundesallee, das früher eine Sparkasse beherbergte und zwischenzeitlich leerstand. Bis vier Gründer es entdeckten, die 26.000 Quadratmeter mit bunten Möbeln und viel Handarbeit stylten, Großraumbüros, Konferenzräume und Appartments einrichteten und ein Schild an die Eingangstür hefteten: "Cluboffice".

Das Cluboffice ist Berlins größter Coworking Space. Ähnliche Projekte entstehen gerade an vielen Orten der Welt, um die 1000 sollen es insgesamt sein, allein Berlin zählt 25.

Konzept des "Cluboffice" erfährt einen neuen Boom

Aufgekommen sein soll die Idee laut "Deskmag", dem Online-Magazin der Bewegung, bereits in den 90er Jahren im Tech-Milieu der USA. Nach der Dotcom-Bubble war es leer geworden in den Spaces. Seit einigen Jahren erfährt das Konzept einen neuen Boom.

Im Berliner "Cluboffice" checken kreative Einzelkämpfer ein, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, aber auch der Vertriebsmanager von Shell Chart zeigen, der ständig auf Reisen ist. Man redet auf dem Flur, geht gemeinsam in die Kantine und knüpft unkompliziert neue Kontakte.

Doch die Propagandisten der Szene sehen in den Spaces weit mehr als eine Möglichkeit, kostensparend Internetanschluss und Kopierer zu teilen. In einem Video, das ein aufgekratzter Trainingsjacken-Träger aus Philadelphia mitgebracht hat, äußern sich die Nutzer eines Bürogebäudes namens "Indy-Hall" euphorisch: Das sei "ein bisschen wie in einer Familie", sagt jemand, "eine echte Erfahrung", "die Leute hier teilen wirklich ihr Leben miteinander und helfen sich, wo immer Hilfe nötig ist."

Das klingt nach der üblichen Rhetorik versprengter Angehöriger des digitalen Prekariats aus freien Textern und Webdesignern, die im täglichen Überlebenskampf ein bisschen Nestwärme tanken wollen. Oder entsteht da tatsächlich eine neue Arbeitskultur?

Davon sind die Betreiber des Betahauses, eines Coworking Areals in Hamburg St. Pauli, überzeugt.

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