Mittwoch, 19. Dezember 2018

Übernahme Louis Vuitton schmückt sich mit Bulgari

Beliebter Schmuck: Die britische Schauspielerin Keira Knightley trägt Schmuck von Bulgari

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH, zu dem auch das Modelabel Louis Vuitton gehört, übernimmt den italienischen Schmuckhersteller Bulgari. Die Franzosen zahlen einen satten Aufschlag, entsprechend explodierte der Kurs der Bulgari-Aktie an der Börse. Auch andere Luxusgüter-Hersteller profitieren.

Paris - Familie Bulgari gibt ihr Mehrheits-Aktienpaket von 50,4 Prozent im Tausch gegen LVMH-Papiere ab, teilte LVMH mit. Den restlichen Bulgari-Aktionären wird ein Barangebot von 12,25 Euro je Anteil vorgelegt. Die Bulgari-Familie erhält für ihre 152,5 Millionen Aktien 16,5 Millionen neue LVMH-Papiere und steigt damit zum zweitgrößten Familienaktionär nach Arnault auf.

Experten zufolge hat das Geschäft einen Wert von rund 3,7 Milliarden Euro. Der Preis entspreche einem Aufschlag von rund 6o Prozent.

Die Bulgari-Aktie Börsen-Chart zeigen endeten am Montag 59,42 Prozent höher bei 12,10 Euro. LVMH setzte sich mit einem Plus von 1,26 Prozent auf 112,95 Euro an die Spitze des EuroStoxx 50.

Vor dem Hintergrund der Übernahme verteuerten sich in Zürich Richemont als bester Wert im Swiss-Market-Index (SMI) um 2,24 Prozent auf 54,70 Schweizer Franken. Dahinter kletterten Swatch um 2,15 Prozent auf 398,40 Franken.

Die Bulgari-Familie wird in Zukunft auch im Vorstand von LVMH vertreten sein. Bulgari-Chef und Nachkomme des Gründers, Francesco Trapani, übernimmt dort den Bereich Uhren und Schmuck. Im Verwaltungsrat werden die Italiener mit zwei Mitgliedern vertreten sein. Der italienische Luxushersteller wurde 1884 von griechischen Auswanderern gegründet. Die Wirtschaftskrise verursachte bei den Italienern wie auch in der gesamten Branche einen Umsatz- und Gewinneinbruch.

Arnault vereint bereits 60 Marken unter dem LVMH-Dach

Nach dem heimlichen Einstieg beim Rivalen Hermès ist dies nun der nächste Coup von LVMH-Chefs Bernard Arnault. Der französischen Multimilliardär gilt als reichster Mann Europas und als ebenso ehrgeiziger wie erfolgreicher Markenjäger. 60 meist große Namen hat er bereits unter dem Dach seines LVMH-Konzerns vereint. Die Bulgari-Übernahme ist die größte seit Jahren. "Der Zusammenschluss ist die perfekte Kombination", sagte Arnault.

Der überraschende Einstieg bei Hermès rief im Herbst 2010 auch die französische Börsenaufsicht auf den Plan. Arnault nutzte besondere Aktienderivate, deren Handel in Frankreich damals nicht meldepflichtig waren. Die sogenannten Equity Swaps gelten als ideales Instrument, um sich an Übernahmeziele anzuschleichen.

Auf die gleiche Art und Weise ging der fränkische Autozulieferer Schaeffler beim dreimal so großen Unternehmen Continental Börsen-Chart zeigen vor. Die französische Regierung plant nun in Reaktion darauf nach Angaben von Börsenchef Jean-Pierre Jouyet eine Erweiterung der Meldepflichten. Sie sollen den verdeckten Aufbau von Beteiligungen mit Hilfe von speziellen Finanzinstrumenten verhindern. Zu LVMH gehören Marken wie der Champagner Moët & Chandon und die Modelabels Louis Vuitton, Christian Dior oder Kenzo.

mg/dpa-afx

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