Mittwoch, 20. März 2019

Daimler-Anteil Bund prüft Teilverstaatlichung von EADS

EADS-Tochter Airbus: Daimler will offenbar seinen 15-Prozent-Anteil an EADS los werden

Die Bundesregierung sucht noch immer nach einem deutschen Großaktionär, der den EADS-Anteil von Daimler übernehmen könnte. Sollte die Suche erfolglos bleiben, will die Koalition möglicherweise selbst in die Bresche springen.

Berlin - Innerhalb der schwarz-gelben Koalition gibt es nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Überlegungen für einen Einstieg des Bundes beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Hintergrund seien Bestrebungen des Autobauers Daimler, seine 15-prozentige Beteiligung an EADS zu verkaufen, schreibt das Blatt.

In Regierungskreisen hieß es dem Bericht zufolge, vor allem die CSU dringe darauf, sich die Option einer Staatsbeteiligung offen zu halten. Auch im Kanzleramt werde eine Teilverstaatlichung trotz erheblicher Bedenken nicht generell ausgeschlossen. Widerstand komme dagegen von der FDP.

Daimler Börsen-Chart zeigen will seine Anteile abgeben, da Firmenchef Dieter Zetsche das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft, den Auto- und Lkw-Bau, ausrichten will. Derzeit sind Daimler und der französische Staat mit je 15 Prozent an dem Konzern beteiligt, die französische Lagardère-Gruppe und ein deutsches Bankenkonsortium unter Führung des staatlichen Förderinstituts KfW halten jeweils rund 7,5 Prozent. Zusammen mit den 5,4 Prozent, die die spanische Staatsholding Sepi besitzt, kommen die deutschen und französischen Großaktionäre auf einen Anteil von gut 50 Prozent.

Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen Regierungsvertreter berichtet, sucht die Bundesregierung mit Hochdruck einen neuen deutschen Aktionär für EADS Börsen-Chart zeigen. Es würden bereits Gespräche mit verschiedenen Investoren geführt, darunter auch deutsche Zulieferer von EADS.

Bisher habe sich zwar kein privater Investor bereit erklärt, die Anteile von Daimler an EADS teilweise zu übernehmen, trotzdem solle dieser Weg weiter verfolgt werden.

Große Zulieferer von EADS sind unter anderem die Rüstungshersteller Diehl und Rheinmetall Börsen-Chart zeigen. Geschäftlich eng verbunden mit EDAS sind auch der Motorenhersteller MTU Börsen-Chart zeigen und der Bremer Satellitenbauer OHB.

Nach Informationen des "Handelsblatts" prüft die Bundesregierung zudem, ob die Bundesländer mit EADS-Standorten wie Hamburg und Niedersachsen direkt oder über ihre Landesförderbanken Anteile übernehmen wollen. Sollte auch diese Variante scheitern, könnte die staatliche KfW Bankengruppe die Anteile von Daimler übernehmen, verlautete demnach aus Regierungskreisen.

mg/dapd

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