Sonntag, 17. Februar 2019

Enthüllung Ikea wird aus Liechtenstein gesteuert

Steuerliche Motive? Der Ikea-Konzern hat seine Zentrale offenbar in Liechtenstein

Der milliardenschwere Gründer des Möbelkonzerns Ikea, Ingvar Kamprad, steuert seine weltweiten Geschäfte offenbar über eine bisher nicht bekannte Gesellschaft in Liechtenstein.

Stockholm - Wie die schwedische TV-Dokumentarreihe "uppdrag granskning" am Mittwochabend berichtete, betreibt Kamprad (84) in Vaduz eine Stiftung unter dem Namen Interogo Foundation. Damit wolle er die Kontrolle des Gesamtkonzerns durch seine Familie sichern sowie Steuern "optimieren", hieß es weiter. Die nach Liechtenstein überführten Mittel sollen dem TV-Bericht zufolge 100 Milliarden Kronen (11,3 Milliarden Euro) betragen.

Kamprad bestätigte in einer persönlichen Stellungnahme noch kurz vor Ausstrahlung der Sendung die Existenz der Stiftung. Er bestritt aber steuerliche Motive. Die Interogo Foundation habe ausschließlich den Zweck, "in die Expansion des Unternehmens zu investieren und Langlebigkeit zu sichern".

Das in den 50er Jahren in Schweden von Kamprad aufgebaute Weltunternehmen beschäftigt 127.000 Mitarbeiter. Es wird über eine stark verschachtelte Firmenkonstruktion mit der Ikea Group und der Inter Ikea Group mit Sitz in den Niederlanden gelenkt. Kamprad selbst lebt seit den 70er Jahren aus steuerlichen Gründen im schweizerischen Lausanne. Er gilt als eine der reichsten Männer der Welt.

cr/dpa-afx

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