Mittwoch, 19. Dezember 2018

Zukauf von Hochtief-Aktien ACS ist am Ziel

Chronologie: Die Übernahmeschlacht um Hochtief
dpa

Im Übernahmekampf um den Baukonzern Hochtief hat der Angreifer ACS einen wichtigen Etappensieg errungen. Der spanische Konzern kontrolliert 30,3 Prozent der Hochtief-Aktien und hat damit freie Bahn zur Anteilsmehrheit. Auch beim heimischen Energiekonzern Iberdrola marschiert ACS durch.

Düsseldorf - Die Aktionäre von Hochtief hätten den Spaniern 2,375 Millionen Aktien zum Tausch angeboten, teilte ACS am Dienstag mit. Mit einem Anteil von über 30 Prozent kann ACS über die Börse in Ruhe Hochtief-Aktien zukaufen und sich so die anvisierte Mehrheit sichern. Ein weiteres, vermutlich teureres Pflichtangebot an alle Eigentümer wird dann nicht mehr fällig. Der Aktienkurs von Hochtief sank zu Beginn des Börsenhandels um 1 Prozent. ACS strebt die Mehrheit an Hochtief an, Hochtief wehrt sich massiv gegen die Übernahme.

Die Annahmefrist der Übernahmeofferte endete am 29. Dezember. Aktionäre können das Tauschangebot von neun ACS-Aktien Börsen-Chart zeigen für fünf Hochtief-Anteilsscheine Börsen-Chart zeigen jedoch noch bis zum 18. Januar wahrnehmen. Die gesetzlich vorgeschriebene zusätzliche zweiwöchige Annahmefrist beginne am Mittwoch, teilte ACS mit. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das gesamte Angebotsverfahren Anfang Februar abgeschlossen werde.

Im "Handelsblatt" hatte es zuvor geheißen, die Essener hofften, dass die deutsche Finanzaufsicht Bafin das ACS-Angebot für unzulässig erklären könnte, da sie dem Großaktionär Southeastern Asset Management eine Absprache mit ACS vorwerfen. Sollte die Bafin sich diese Sicht zu eigen machen, müsste ACS doch ein neues Pflichtangebot vorlegen. Der US-Fonds, der an beiden Unternehmen beteiligt ist, hatte ACS einen Großteil seiner Hochtief-Anteile angedient.

Zugleich hat ACS auf dem heimischen Markt einen wichtigen Erfolg verbucht. Das Unternehmen habe seinen Anteil an dem spanischen Energieversorger Iberdrola Börsen-Chart zeigen auf 20,2 Prozent aufgestockt, teilte die Madrider Börsenaufsicht (CNMV) am Montag mit und bestätigte damit einen Pressebericht vom Sonntag. Bis vor einigen Wochen hielt ACS noch 15,9 Prozent an dem größten Strom- und Gaskonzern des Landes. Beide Unternehmen liefern sich seit Monaten einen erbitterten Rechtsstreit.

Mit dem Ausbau seiner Beteiligung will ACS als größter Iberdrola-Aktionär sich einen Sitz im Aufsichtsrat erkämpfen und den ihm zustehenden Anteil an dem Gewinn von Iberdrola in seiner Bilanz konsolidieren. Bislang verweigert der Versorger dem Baukonzern jede Mitsprache im Kontrollgremium. Iberdrola argumentiert, dass beide Unternehmen in einigen Bereichen miteinander konkurrieren. In den nächsten Wochen wird ein spanisches Gericht über den Zwist beider Firmen entscheiden.

ACS ist stark vom spanischen Baugeschäft abhängig. Zwar kam der Konzern bislang unbeschadet durch die schwere Immobilienkrise des Landes, doch der Sparkurs der Regierung bedroht die für ACS wichtigen staatlichen Infrastrukturprojekte. Pérez setzt auf stabile Einnahmen aus der Energieversorgung und der Internationalisierung des Baugeschäfts. Hochtief gilt als einer der am stärksten globalisierten Baukonzerne.

ak/rtr/dpa-afx

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