Dienstag, 11. Dezember 2018

CTI-Ranking Autobauer genießen größtes Vertrauen

Automobilindustrie: VW, BMW und Daimler punkten im Vertrauensranking

2. Teil: Gewinner und Verlierer 2010

Gewinner im Corporate Trust Index 2010 ist die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen mit einer Verbesserung um 22 Plätze in den vergangenen zwölf Monaten. Ebenfalls auf dem Podest vertreten sind zwei weitere Sorgenkinder von 2010, Siemens Börsen-Chart zeigen - der Konzern konnte sich im Vertrauensranking um zehn Plätze auf Rang vier verbessern - und die Deutsche Telekom. Sie schaffte den Sprung in das Mittelfeld des CTI und konnte sich gegenüber dem Vorjahr von Platz 30 auf Platz 22 verbessern.

Der große Verlierer 2010 ist der Energieversorger RWE Börsen-Chart zeigen. Während Konkurrent Eon Börsen-Chart zeigen im vergangenen Jahr um sieben Plätze auf Position elf klettern konnte, stürzten die Essener um zwölf Plätze auf Rang 18 ab. Ebenfalls gebeutelt mit acht Plätzen Verlust sind die Commerzbank Börsen-Chart zeigen, die sich nunmehr auf Rang 29 wiederfindet, und Metro Börsen-Chart zeigen auf Platz 16.

2010 war für die Energiekonzerne ein schwieriges Jahr. Die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke hat für öffentlichen Aufruhr gesorgt und einen gesellschaftlichen Konflikt wiederbelebt, der mit dem Atomkonsens der rot-grünen Bundesregierung bereits befriedet schien. "Die Atompolitik von RWE und Eon verstößt sowohl gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung als auch gegen den gesunden Menschenverstand", kommentiert die "Tageszeitung" (28.04.2010). Zudem ist die Energiebranche vom Emissionshandel besonders stark betroffen. Allein RWE kalkuliert dafür bis 2013 eine zusätzliche Milliarde an Kosten allein dafür ein (Süddeutsche, 23.11.2010).

Der grüne Riese wankt

Doch die Auseinandersetzung um die Kernkraft erklärt nicht allein, warum RWE 2010 im Vertrauensranking um zwölf Plätze nach unten rutschte. Denn zeitgleich konnte sich der Konkurrent Eon um sieben Plätze, von Position 18 auf 11, verbessern. Der Abstand zwischen beiden Unternehmen im Ranking beträgt in absoluten Ziffern lediglich etwa 40 Punkte. Es sind die feinen Unterschiede, auf die es ankommt. Während negative oder leicht negative Bewertungen in der Kategorie 'ethisches Verhalten' bei Eon lediglich 13 Prozent der Artikel umfassen, werden ethische Fehltritte im Falle von RWE in 17 Prozent der Berichterstattung thematisiert, ein Umstand, den RWE selbst zu verantworten hat.

Wie die "Tageszeitung" Anfang Dezember meldete, wurde RWE mit dem "Worst Lobbying Award 2010" für unlautere Lobbyarbeit (03.12.2010), ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist symptomatisch für das bröckelnde öffentliche Vertrauen in den Essener Energiekonzern im Laufe des vergangenen Jahres. Stein des Anstoßes war der hauseigene Spot , der RWE als freundliches Energiemonster stilisiert. "Er pflanzt ein paar Bäumchen, pustet fröhlich gegen Windräder und bewundert seine Wasserkraftwerke. Als grüner Energieriese, so sieht sich der Konzern gern." ("Financial Times Deutschland ", 23.04.2010)

Die Realität sieht dagegen ganz anders aus. "Kaum ein anderes Unternehmen stößt ähnlich viele Klimagase aus wie Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE: Rund 160 Millionen Tonnen jährlich.", stellte die "Süddeutsche Zeitung" (23.11.2010) unlängst fest. Wie die "Financial Times Deutschland" schreibt, redet Jürgen Großmann "aber gar nicht so gern über grüne Energie, viel lieber trommelt der RWE-Chef für die Atomkraft: Alle deutschen Meiler sollen länger laufen, sagt er." (23.04.2010)

Das selbst gezeichnete Image als grüner Riese konnte vor der öffentlichen Wahrnehmung kaum Bestand haben. Zu groß sind die Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So stimmt es zwar, dass RWE zurzeit "alleine oder mit Partnern Windkraftwerke mit einer installierten Leistung von 1000 Megawatt", baut, wie die "Süddeutsche Zeitung" (26.11.2010) schreibt. Doch schon allein die Ankündigung des Konzerns, ein neues Kohlekraftwerk mit einer Leistung von bis zu 2000 Megawatt bauen zu wollen ("Financial Times Deutschland", 09.12.2010), konterkariert jegliche Bemühungen um ein grüneres Image. Günter Bentele, Vertrauensexperte der Universität Leipzig kommentiert: "Es sind immer wieder solche Widersprüche in der Unternehmenskommunikation oder zwischen Kommunikation und Handeln, die die Glaubwürdigkeit der Unternehmen stark in Mitleidenschaft ziehen."

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH