Samstag, 16. Februar 2019

Vertrieb Opel drängt nach China

Opel-Produktion in Eisenach: GM gibt den Zugang frei für die Märkte in Asien

Der Autobauer Opel will möglichst schnell vom Absatzboom in Märkten wie China profitieren. Schon in wenigen Monaten sollen die Autos des Rüsselsheimer Herstellers in fünf Märkten außerhalb Europas verkauft werden.

Frankfurt - "Wir werden noch in diesem Jahr mit dem Vertrieb in China beginnen", sagte Opel-Chef Nick Reilly der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Außerdem soll die Marke mit dem Blitz in Australien sowie einem weiteren asiatischen und zwei südamerikanischen Ländern vertrieben werden.

Die Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) ist bisher nahezu ausschließlich in Europa aktiv und profitiert damit anders als die Konkurrenten nicht von der rasant steigenden Nachfrage in Asien oder Amerika.

Den Zugang im großen Stil zu diesen Märkten verhinderte bisher GM, damit sich die Konzernmarken nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Ausgerechnet vor dem angestrebten Börsengang weicht der Staatskonzern aber nun von dieser Linie ab.

Ganz unbekannt ist die Marke Opel in China nicht. Im Land der Mitte habe der Hersteller 2009 etwa 4000 Fahrzeuge verkauft, sagte der Sprecher. In Australien gab es zwar in den vergangenen Jahren einige Opel-Modelle. Sie wurden aber nicht als Opel, sondern unter dem Namen der GM-Marke Holden verkauft.

Absatzziele für die neue Märkte, in denen Opel das GM- Vertriebsnetz nutzen will, nannten die Rüsselsheimer nicht. Im gesättigten europäischen Markt setzten Opel und die britische Schwester Vauxhall im ersten Halbjahr mit rund 536 000 Fahrzeugen 4,5 Prozent weniger ab als 2009. Der Verlust summierte sich auf 637 Millionen Dollar (501 Mio Euro). Auch im Gesamtjahr wird der Hersteller voraussichtlich rote Zahlen schreiben, für 2011 strebt Reilly ein ausgeglichenes Ergebnis an.

la/dpa

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