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11.08.2010
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Eon
Zinsen und Steuern drücken Gewinn

Eon-Zentrale in Düsseldorf: Der lange Winter half, doch Steuerbelastungen nehmen zu
AP

Eon-Zentrale in Düsseldorf: Der lange Winter half, doch Steuerbelastungen nehmen zu

Dank des langen Winters hat Eon den Umsatz im zweiten Quartal deutlich gesteigert. Dadurch steigt das operative Ergebnis. Steigende Zins- und Steuerbelastungen drücken den Gewinn jedoch. Konzernchef Teyssen bleibt vorsichtig.

Düsseldorf - Der größte deutsche Energiekonzern Eon hat im ersten Halbjahr dank des deutlich gestiegenen Energieverbrauchs in Europa seinen operativen Gewinn kräftig gesteigert. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um 11 Prozent auf knapp 6,1 Milliarden Euro, wie die Dax-Gesellschaft am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.

In nahezu allen Geschäftsbereichen habe es Zuwächse gegeben. Sorgen bereitet dem Konzern dagegen das "weiter angespannte energiepolitische Umfeld".

Eon profitiere in den ersten sechs Monaten dieses Jahres von der Wirtschaftserholung und dem langen Winter. Beides ließ den Strom- und Gasabsatz jeweils um mehr als ein Drittel steigen. Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten um 7 Prozent auf 44,3 Milliarden Euro zu. Der Überschuss dagegen ging aufgrund höherer Zins- und Steuerbelastungen um 9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zurück. Der für die Dividendenberechnung wichtige bereinigte Konzernüberschuss schwächte sich um ein Prozent auf 3,3 Milliarden Euro ab.

Trotz der deutlichen Verbesserung in der ersten Jahreshälfte hielt der Vorstand an seiner zurückhaltenden Prognose fest. Demnach soll das operative Ergebnis maximal um 3 Prozent steigen, der bereinigte Überschuss soll stagnieren. Im vergangenen Jahr hatte Eon der Wirtschaftskrise weitgehend getrotzt. Das operative Ergebnis war lediglich um 2 Prozent auf auf 9,6 Milliarden Euro gesunken, der bereinigte Nettoergebnis um 5 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

Besonders in Großbritannien und Skandinavien konnte Eon nach schwachen Ergebnissen im Krisenjahr 2009 seine Gewinne in der ersten Jahreshälfte deutlich steigern. Dagegen sank der Profit in der Sparte Zentraleuropa, zu der auch das Deutschland-Geschäft zählt. Gründe dafür sind der Verkauf des Höchstspannungsnetzes zu Jahresbeginn und die von den Wettbewerbsbehörden verlangte Abgabe von Kraftwerkskapazitäten. Zudem verlor Eon im Gasgeschäft Endkunden.

Dagegen verbesserte sich das Geschäft in der Einheit Pan European Gas, in der Eon das Importgeschäft von Ruhrgas sowie seine eigenen Förderaktivitäten gebündelt hat. Nachdem das erste Quartal noch von einem Überangebot geprägt gewesen war, seien die Preise im zweiten Viertel angezogen. Als Gründe führte der Konzern eine stärkere Nachfrage nach Gas für die Stromerzeugung, Lieferengpässe in Norwegen und weniger Flüssiggaslieferungen an. Wie sich die Entwicklung fortsetzt, ist nach Angaben eines Sprechers aber unklar. Deswegen traue sich der Konzern derzeit auch keine optimistischere Prognose zu.

Politik sorgt für Verunsicherung

Für Verunsicherung sorgt bei Eon auch die Politik. Vorstandschef Johannes Teyssen machte in einem Brief an die Aktionäre seine Unzufriedenheit über die Bundesregierung deutlich. Als Union und FDP bei der Bundestagswahl im September 2009 gewählt wurden, habe Eon auf einen "pragmatischen Neuanfang" in der Energiepolitik gehofft. Doch Monate später bestehe immer noch keine Klarheit über den energiepolitischen Kurs, bemängelte Teyssen. Dabei müssten endlich Fakten geschaffen werden.

Teyssen betonte, dass zum Energiekonzept auch die Atomkraft zählen müsse. Auf mittlere Sicht sei nur so eine klimafreundliche und kostengünstige Energieversorgung möglich. Eon sei zu Gegenleistungen für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke bereit, erklärte der seit Mai amtierende Vorstandschef. Allerdings müsse diese in einem angemessenen Verhältnis zu den Erlösen stehen. Laut "Handelsblatt" bietet die Atombranche für eine Laufzeitverlängerung um zwölf Jahre der Bundesregierung 30 Milliarden Euro.

Zur geplanten Brennelementesteuer äußerte sich Teyssen nicht konkret. Diese Zusatzabgabe für die Atomkonzerne soll der Staatskasse 2,3 Milliarden Euro einbringen und ist bislang unabhängig von einer möglichen Laufzeitverlängerung geplant. Die im Juni im Rahmen des Sparprogramms des Regierung bekannt gewordenen Pläne für die Sondersteuer hatten die Energiekonzerne kalt erwischt. Sollte sie wie vorgesehen kommen, drohen die Konzerne damit, ihre Investitionen zusammenzustreichen und die Dividenden zu kürzen.

la/dpa-afx

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